Gottfried von Neifen
   
 

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Minnesnger


Gottfried von Neifen



War ein deutschsprachiger Freiherr und Minnesnger, der bei Urach geboren wurde und in Urkunden aus dem Zeitraum von 1230 bis etwa 1255 erwhnt wird.
Er gehrte zum Kreise Heinrichs VII. und seine Dichtung wurde von Walter von der Vogelweide und Neidhart von Reuental beeinflusst.

 

 

Lied 1
 
 
1.
Rfe und anehanc
die heide hat betwungen,
daz ir liehter schn
nch jmer ist gestalt,
und der vogel sanc,
die wol mit friden sungen,
die sint n geswn.
dar zuo klag ich den walt:
der ist unbekleit.
dannoch kan si fegen
mir herter herzeleit
diu wazzer in kregen
von dem brunnen treit.
nch der stt mn gedanc.

2.
Ich brach ir den kruoc,
d sie gienc von dem brunnen.
ich wart fridenrch
d ich die lieben sach.
d si daz vertruoc,
was sorge mir zerunnen.
harte minnenclch
diu liebe d gesprach:
"ich hn erebeit,
dast von iuwern schulden.
mn frouwe tuot mir leit,
daz muoz ich allez dulden,
diu mich gestern fnfstunt
dur iuwern willen sluoc."

3.
"Nu tuo den willen mn,
s hilfe ich dir z noeten,
und var sant mir hinne;
s bist du ne zorn."
"des enmac niht sn,
lieze ich mich ertoeten.
mner frouwen minne
waer iemer m verlorn.
einen schillinc sol
si mir unde ein hemde,
daz weiz ich wol.
daz waer mir alles fremde.
s mir daz nu wirt,
s tuon i' iu helfe schn."
 
1.
Der Reif mit seinem Gefolge
hat die Heide bezwungen,
so dass ihr strahlender Glanz
nun traurig aussieht,
und der Sang der Vgel,
die so frhlich sangen,
die sind nun verstummt.
Auch ber den Wald klage ich,
der steht kahl.
Dennoch kann die,
die Wasser in Krgen
vom Brunnen holt,
mir greres Herzeleid zufgen.
Auf sie richtet sich mein Sinnen.

2.
Ich zerbrach ihr den Krug,
als sie vom Brunnen kam.
Freude erfllte mich,
als ich die Se sah.
Als sie dass geschehen lie,
war mein Kummer dahin.
Voller Liebreiz
sagte da die Se:
"Ich erdulde Qualen,
daran seid Ihr schuld.
Meine Herrin fgt mir Leid zu,
das ich alles ertragen muss,
sie schlug mich gestern fnfmal
Euretwegen."

3.
"Nun sei mir zu Willen,
dann helfe ich dir aus der Not,
und zieh mit mir fort,
dann hast du keinen rger mehr."
"Das kann nicht geschehen,
eher liee ich mich tten.
Meiner Herrin Gunst
wre fr immer verscherzt.
Einen Schilling schuldet
sie mir und ein Hemd,
das wei ich genau.
Das alles bliebe mir vorenthalten.
Wenn ich das jetzt bekomme,
dann will ich Euch gefllig sein."
 
Lied 2
 
 
1.
Sol ich disen sumer lanc
bekumbert sn mit kinden,
s waer ich vil lieber tt.
des ist mir mn fride kranc,
sol ich niht zer linden
reigen, ow dirre not!
wigen wagen, gjgen gagen,
wenne wil ez tagen?
minne minne, trte minne,
swc, ich wil dich wagen.

2.
Amme, nim daz kindeln,
daz ez niht enweine.
alse liep als ich dir s,
ringe mir die swaere mn.
du maht mich aleine
mner sorgen machen fr.
wigen wagen, gjgen gagen,
wenne wil ez tagen?
minne minne, trte minne,
swc, ich wil dich wagen.
 
1.
Wenn ich diesen Sommer lang
mit Kindern meine Last haben soll,
dann wre ich lieber tot.
Deshalb hab ich keine Freude;
wenn ich nicht bei der Linde
tanzen kann, ach, wie traurig!
Wigen wagen, gigen gagen,
wann wird es tagen?
Minne, minne, liebe Minne,
schweig, ich will dich wiegen.

2.
Amme, nimm das Kleine,
damit es nicht weint.
Wenn ich dir lieb bin,
lindere meinen Kummer.
Du allein kannst mir
meine Sorgen nehmen.
Wigen wagen, gigen gagen,
wann wird es tagen?
Minne, minne, liebe Minne,
schweig, ich will dich wiegen.
 
Lied 3
 
 
1.
Ez fuor ein bttenaere
vil verre in frmdiu lant.
der was s minneaere,
sw er die frouwen vant,
daz er d gerne bant.

2.
D sprach der wirt maere
zim waz er kunde.
"ich bin ein bttenaere:
swer mir des gunde,
sn vaz ich im bunde."

3.
D truoc er sne reife
und snen tribelslagen.
mit snem umbesweife
kund er sich wol bejagen,
ein guot geschirre tragen.

4.
Snen tribelwegge
den nam sie in die hant
mit sner slehten egge.
si sprach "heilant,
got ht iuch har gesant."

5.
D si d gebunden
dem wirte sn vaz
neben unde ouch unden,
si sprach "ir sint niht laz.
mir wart nie gebunden baz."
 
1.
Es fuhr einmal ein Fassbinder
weit fort in fremde Lnder.
Der war so liebestchtig,
dass er berall gerne band,
wo er Damen antraf.

2.
Ein Hausherr fragte ihn einst,
was er knne.
"Ich bin ein Fassbinder,
und wer es mir erlaubt,
dem binde ich sein Fass."

3.
Da trug er seine Reifen
und seinen Schlegel her.
Mit seinem Umfang
wusste er sich zu bewhren:
er trug ein herrliches Werkzeug.

4.
Sie nahm seinen Schlegel
in die Hand,
und zwar am glatten Ende.
Sie sagte: "Heiland,
Gott hat Euch hergeschickt!"

5.
Als sie dem Hausherrn
das Fass gebunden hatten,
und zwar an der Seite und unten,
sagte sie: "Ihr habt Kraft.
Nie ist mir besser gebunden worden!"
 
Lied 4
 
 
1.
Ow liehten tage,
ow bluomen rt,
ow vogel sanc,
ow grener walt!
n wirt aber kalt,
n der winter lanc.
dast der vogel nt
unde ir meistiu klage.
noch klage ich die schulde,
daz diu saeldebaere
mich enterbet hulde.
daz sint mne swaere,
die ich von ir dulde.
Minne, wende ir sezen haz!

2.
Minne, frouwe mn,
tuo mir helfe kunt.
hilf, est an der zt.
bit daz reine wp
daz ir kiuscher lp
gein mir l den strt
unde ir rter munt
mir tuo helfe schn.
seht, s wolde ich singen
der vil reinen sezen;
diu kan swaere ringen,
d b kumber bezen.
sol mir wol gelingen,
Minne, sich, des bist du wer.

3.
Wp, dn sezer nam
und dn werdekeit
gt vil hhen muot
dem der tugende ht,
der untugende lt.
w, wie wol daz tuot!
dem wirt tugent bereit
und diu rehte scham.
reiner wbe gete
kan wol fride lren
(sie gt hchgemete),
d b fride mren.
got mir sie behete,
die der ich wol guotes gan.

4.
Mich ht lieber wn
in die fride brht,
daz ich wnde sn
ln erarnen gar.
n wird ich gewar
an der frouwen mn,
ir ist ungedht
lnes: si wil ln
mich in den senden sorgen.
mir ist w ze muote.
iemer an dem morgen
s sorg ich nch guote.
muoz ich minne borgen,
frouwe mn, wie stt daz dir?
 
1.
O Weh, ihr hellen Tage,
O Weh, ihr roten Blumen,
O Weh, Vogelsang,
O Weh, grner Wald!
Jetzt wird es kalt,
jetzt wird der Winter lang.
Das ist der Vgel Not
und ihre grte Klage.
Ungeachtet dessen beklage ich die Tatsache,
dass die Heilbringende
mich ihrer Gunst enterbt hat.
Das sind meine Kmmernisse,
die ich von ihr zu ertragen habe.
Minne, kehre ihre se Abneigung um!

2.
Minne, meine Dame,
zeige mir Hilfe auf.
Hilf, es ist an der Zeit.
Bitte die edle Frau,
dass ihr keuscher Leib
den Kampf gegen mich aufgibt
und ihr roter Mund
mir Hilfe zuteil werden lsst.
Seht, dann wrde ich auch
fr die Reine, Liebliche singen;
sie vermag Beschwernis zu lindern
und dabei von Kummer frei zu machen.
Soll mir Glck widerfahren -
Minne, sieh zu; dafr bist du Brge.

3.
Frau, dein lieber Name
und dein hohes Ansehen
geben dem die frohe Gesinnung
der Tugend hat
und von der Untugend lsst.
Hei, wie gut das tut!
Dem wird Tugend gegeben
und das richtige Ehrgefhl.
Die Gte edler Frauen
kann sehr gut Freude lehren
(sie bewirkt Hochgefhl)
und dabei die Freude mehren.
Gott mge sie mir behten -
sie, der ich nur Gutes wnsche.

4.
Mich hat Liebeshoffnung
in einen freudevollen Zustand versetzt,
so dass ich hoffe,
Lohn zu verdienen.
Nun entdecke ich
an meiner Dame,
dass sie aber nicht bedacht ist,
Lohn zu geben: sie will mich
im Sehnsuchtskummer lassen.
Mir ist ganz elend zu Mute.
Jeden Morgen
sorg ich mich um ein gutes Ende.
Muss ich Minne leihen,
meine Herrin wie hast du es damit?
 
Lied 5
 
 
1.
Ich hoer aber die vogel singen,
in dem walde suoze erklingen,
dringen siht man bluomen durch daz graz.
was diu sumerwunne in leide,
nu ht aber diu liebe heide
beide: bluomen unde rsen rt.
meie kumt mit maniger bluot.
tuot mir wol diu minneclche,
seht, s wirde ich fruderche,
sunder nt vil maneger sorgen fr.

2.
Gunde mir diu saeldebaere
daz ir trst mir frude baere
swaere wolde ich sender siecher ln.
hn ich trst, der ist doch kleine,
sie entroeste mich aleine.
reine saelic wp, nu troestet baz.
Minne, hilf: ez ist an der zt.
st mn trst lt an der sezen,
s mac sie mir swaere bezen.
nu durch waz tuot sie mir alse w?

3.
Obe ir rter munt mir gunde
daz sn kus die nt enbunde,
wunde von der minne wurde heil.
heil gelcke saelde und re
hete ich sender iemer mre.
hre saelic wp, nu troestent baz.
ow, sezer rter munt,
wunt wart ich von den schulden,
d ich der lieben muoste hulden.
leit sint daz diu mich noch machent gr.

4.
Wunder kanst d, seziu Minne.
Minne, in dner glete ich brinne,
sinne herze muot hst du mir hin.
in mn herze sunder lougen
sach ein wp mit spilnden ougen
tougen. dannoch was gemeit mn lp.
herzen trt, nu tuot s wol:
sol ich sender fr belben,
s sult ir von mir vertrben,
saelic wp, die nt, s wirde ich fr.

5.
Wie zimt n der sezen hren
daz sie mich kan trren lren?
mren mhte si wol frude mir.
ir vil minneclchez lachen
kan mir sendez trren swachen.
machen mhte sie mich sorgen bar.
ow sezer rter munt!
wunt bin ich an hchgemete.
rter munt, durch dne gete
nu sprich dar: mn bete wol weist.
 
1.
Wieder hre ich Vogelsingen
in dem Wald s erklingen.
Dringen sieht man Blumen durch das Gras.
Was auch Sommerlust im Leide
war, nun blht aufs neu die Heide
beide: Anemonen, Rosen rot.
Mai, er kommt mit Blumengut.
Tut mir wohl, die reich an Minne,
seht, so wird mir froh zu Sinne,
sonder Not und voller Sorgen nie.

2.
Wenn die Selige gedchte,
dass ihr Trost mir Freude brchte,
mchte allem Leid ich sagen ab.
Habe ich Trost, ist er nur kleine,
mich getrstet denn die Feine,
Reine, Selige, so trste mehr!
Minne, hilf zu rechter Zeit!
Seit mein Trost kommt von der Sen,
kann sie meine Leiden ben.
Ach woher nur tut sie mir so weh?

3.
Wenn ihr roter Mund es wollte,
dass ihr Kuss mir Labung zollte,
sollte ich von Minne werden heil.
Teil htte ich an Glck und Ehre,
wre mein, die ich entbehre.
Hehre, selige Frau, so trste mehr!
O du ser, roter Mund,
wund ward ich durch dein Verschulden,
da ich Sehnsucht muss erdulden.
Grau und schwer bedrckt mein Gram mich da.

4.
Wunder kennst du, se Minne.
Deine Glut brennt meine Sinne.
Minne, meinen Mut nahmst du dahin.
In mein Herz warf mir die Eine
ihrer Augen Spiegelscheine.
Meine Hoffnung wallte freudig hoch.
Herzenstraute, tu mir wohl:
soll ich frder frhlich bleiben,
musst mir die Not vertreiben.
Holde, noch werde ich dann wahrlich froh.

5.
Wie geziemt der Sen, Hehren,
dass sie mich mag Trauer lehren?
Mehren sollte sie die Freude mir.
Ihr so minnigliches Lachen
kann meine Sorgen machtlos machen,
fachen knnte sie den Mut mir neu.
O du ser, roter Mund!
Wund bin tief ich im Gemte.
Roter Mund, durch deine Gte
sprich getreu! All mein Gebet bist du.
 
Lied 6
 
 
1.
Saelic saelic s diu wunne,
saelic s des wunnebernden meien zt,
saelic s der vogel singen,
saelic s diu ouwe, saelic s der walt!
man siht bluomen manicvalt
durch daz grene gras f dringen,
mr dann ich erdenken kunne.
tanzen springen suln die jungen widerstrt.

2.
Niemen niemen kan erdenken
waz fr senelchez trren bezzer s
danne ein kus von rtem munde
und dar zuo ein minneclcher umbevanc.
d wirt sendez trren kranc;
ez frit f von herzen grunde
ermel flehten, bein verschrenken.
in der stunde wirt diu liebe sorgen fr.

3.
Wfen, wfen ber die Minne!
wfen wil ich ber si schren iemer m.
ich was ir d her gebunden:
n lt sie mich trreclche vor ir gn.
sie ht bel an mir getn.
sie muoz einem andern wunden
herze muot und al die sinne.
wol befunden hn ich daz si tuot s w.

4.
Frouwe frouwe, saelic frouwe,
herzen trt, ir st mir liep fr elliu wp:
des ich selten hn genozzen:
d von ich niht mre frbaz singen wil.
ez dht iuch vil gar ein spil.
iuch ht dicke mn verdrozzen:
des ich mich vil trric schouwe.
vor beslozzen ist mir fride und iuwer lip.

5.
Wol dir, wol dir, wbes gete!
wol dir, daz du saelic iemer mezest sn!
wol dir, d kanst trren swachen,
sw diu Minne ein sendez herze ht verwunt.
dn vil rsevarwer munt,
s der lieplch wolde lachen,
sam der rse in touwen blete
fride machen kan dn spilnder ougen schn.
 
1.
Gepriesen, gepriesen sei die Freude,
gepriesen sei die freudenbringende Maienzeit,
gepriesen sei das Singen der Vgel,
gepriesen sei die Wiese, gepriesen sei der Wald!
Man sieht vielerlei Blumen aus dem
grnen Gras hervorsprieen,
mehr als ich mir ausdenken kann.
Tanzen und springen sollen die Jungen im Wettstreit.

2.
Niemand, niemand kann sich etwas ausdenken,
das gegen schmerzliche Sehnsucht besser sei
als ein Kuss von einem roten Mund
und eine Umarmung in Liebe.
Davon verschwindet die schmerzliche Sehnsucht;
das Ineinanderschlingen der Arme und das Verschrnken
der Beine bringt Freude aus Herzensgrund.
In diesem Moment wird die Liebe frei von Sorgen.

3.
Wehe, wehe ber die Liebe!
Wehe will ich immer wieder ber sie rufen.
Bisher war ich von ihr gefesselt,
jetzt lsst sie mich auf schmerzvolle Weise frei.
Sie hat schlecht an mir gehandelt.
Sie soll jemand anderem
Herz, Gefhl und Verstand verwunden.
Ich habe genau erkannt, dass sie so sehr weh tut.

4.
Herrin, Herrin, gepriesene Herrin,
Herzliebste, Ihr seid mir lieb vor allen Frauen:
Davon habe ich wenig Nutzen gehabt:
Deshalb will ich knftig nicht mehr singen.
Euch kommt das wie ein Spiel vor.
Ihr seid meiner sehr berdrssig,
deshalb finde ich mich im Schmerz wieder.
Weggeschlossen ist mir die Freude und Eure Gegenwart.

5.
Wohl dir, wohl dir, Beste aller Frauen!
Wohl dir, du sollst fr immer gepriesen sein!
Wohl dir, du kannst den Schmerz beenden, wenn
irgendwo die Liebe ein sehnsuchtsvolles Herz verwundet
hat. Dein rosenfarbener Mund,
wenn der liebevoll lcheln wrde,
so wie die Rose im Tau aufblht: Die gleiche Freude
kann der Glanz deiner leuchtenden Augen bereiten.
 
Lied 7
 
 
Uns jungen mannen mag
an frouwen sanfte misselingen.
es kan umb einen mitten tag,
do horte ich eine swingen:
wan si dahs, wan si dahs,
si dahs, si dahs.
Guoten morgen bot ich ir,
ich sprach: "got muesse ch eren!"
zehant do neig diu schone mir;
dar in so muost ich keren:
Wan si dahs, wan si dahs,
si dahs, si dahs.
Di sprach: "hie en ist der wibe
niht, ir sint unrehte gegangen.
wer wille an minem libe
ergienge, ich sehe ch lieber hangen."
wan si dahs, wan si dahs,
si dahs, si dahs.
 
Wir jungen Mnner knnen
an Frauen angenehm scheitern.
Es geschah an einem Mittag,
da hrte ich eine Flachs schwingen:
denn sie schwang, den sie schwang
sie schwang, sie schwang.
Ich bot ihr einen guten Morgen,
ich sprach: "Gott mge Euch segnen!"
Sofort dankte die Schne mir,
ich durfte hereinkommen:
denn sie schwang, den sie schwang
sie schwang, sie schwang.
Sie sprach: "Hier gibt es keine solchen Frauen,
Ihr seid an der falschen Adresse.
Ehe ich Euren Willen an meinem Leib
geschehen liee, she ich Euch lieber hngen."
Denn sie schwang, den sie schwang
sie schwang, sie schwang.
 
Lied 8
 
 
1.
Saelic s diu heide!
saelic s diu ouwe!
saelic s der kleinen vogellne sezer sanc!
bluomen, loup, diu heide
stnt in manger schouwe, diu der
kalte winter hiure mit snem froste twanc.
dien ist an ir friden wol gelungen. als mhte
ouch ich an mnen friden widerjungen, trste
mich ein rter munt nch dem mn herze ie ranc.

2.
Mir was, wie mn swaere
haete ein lieplch ende,
d mir seite ein bote, ich solte in friden froelich
sn. ich was fridebaere,
sorge was ellende
in mm herzen, d ich wnde, ir mundes rter
schn der wold in mn herze lieplch lachen. als
kan diu Minne ein wunder an uns beiden machen.
Minne, tuo mir swie du wellest. der gewalt isl dn.

3.
Rter munt, nu lache,
daz mir sorge swinde.
rter munt, nu lache, daz mir sendez leit zerg.
lachen du mir mache,
daz ich fride vinde.
rter munt, nu lache, daz mn herze fr best.
st dn lachen mir gt hchgemuete,
nein, rter munt, s lache mir durch dne gete
lachelche, roeselehte: wes bedrfte ich m?

4.
Minnenclch gedinge
frit mich mange stunde,
daz mich troeste ein rter munt des ich noch nie
vergaz. minnenclch gelinge,
ob ich daz d funde,
sne kunde mir f erde niemer werden baz.
rter munt, hilf mir von senden noeten!
ne got s kan dich niemen alse wol geroeten;
got der was in friden d er dich als ebene maz.

5.
Wolde mir diu hre
sende sorge ringen,
daz naem ich fr vogel sanc und fr der bluomen
schn, und mir nch ir lre
ruochte fride bringen.
seht, s waer mn trren kranc und wolde in fridensn. hilf mir, helferchiu seze Minne!
twinc die lieben sam si ht betwungen mine
sinne, unze si bedenke mnen senelchen pn.
 
1.
Gepriesen sei die Heide!
Gepriesen sei die Aue!
Gepriesen sei der se Gesang der kleinen Vgel!
Blumen, Laub, die Heide, die der kalte Winter in diesem
Jahr mit seiner Klte bedrngte, zeigen sich jetzt in
vielfacher Gestalt. Die haben alle neue Freuden
gewonnen. Ebenso mchte auch ich an meinen Freuden
wieder jungwerden, wenn mich nmlich ein roter Mund
trstet, nach dem immer schon mein Herz sich sehnte.

2.
Mir wahr zumute, als ob meine Qual
doch noch ein freudenvolles Ende nhme,
als mir der Bote sagte, ich drfte glcklich und froh sein
Ich war auch voller Freude,
alle Sorge war fern von meinem Herzen,
als ich glaubte, der rote Glanz ihres Mundes der wrde
lieblich in mein Herz hinein erstrahlen. So kann die
Minne an uns beiden ein Wunder vollbringen. Minne,
tu mit mir, wie immer du willst. Du hast die Gewalt.

3.
Roter Mund, nun lache,
dass mir die Sorge schwindet.
Roter Mund, nun lache, dass sich meine Liebessehnsucht
auflst. Mache auch, dass ich lache,
damit ich Freude finde.
Roter Mund, nun lache, dass mein Herz freudig bleibt.
Da dein Lachen mich froh und stolz macht, wirklich,
roter Mund, so schenke mir aus Gte ein Lachen
lachend, rosig was bruchte ich mehr?

4.
Hoffnung in der Minne
gibt mir manche Stunde Freude, dass mich ein
roter Mund trste, den ich noch nie vergessen konnte.
Gelingen in der Minne,
wenn ich das fnde,
so knnte mir auf Erden nie Besseres geschehen.
Roter Mund, hilf mir aus Liebesqual!
Auer Gott kann dich niemand so schn rten. Gott war
in guter Laune, als er dich so ebenmig geschaffen hat.

5.
Wenn mir die Edle
Liebesqual vermindern wollte, so nhme ich
das fr Vogelsang und fr den Glanz der Blumen;
und wenn sie geruhte,
mir Freude zu spenden, seht, so schmlze
meine Trauer dahin und ich wrde in Freude leben.
Hilf mir, hilfreiche Minne!
Zwing die Geliebte so wie sie meine Sinne bezwungen
hat, bis sie meiner Liebesqual inne werden mag.
 

Minnesnger