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Der Tannhuser, mittelhochdeutsch Tanhser
geb. um ca.1205 - gest. um ca.1267


war ein deutscher Minnesnger und Spruchdichter.
Seine Lebensdaten sind unbekannt, historisch datierbare Hinweise in seiner Lyrik weisen auf die
Jahre zwischen 1245 und 1265.
Tannhuser war ein fahrender Berufsdichter.
Eine Zeit lang wirkte er am Hof Herzog Friedrichs des Streitbaren von sterreich.

Seine Minnelieder parodieren meist das traditionelle Genre. berliefert sind von ihm auch
Sangsprche und sechs Tanz-Leichs. Seine Dichtungen waren Minne-und Tanzlieder fr den
Adel und das Volk.

 

Quelle:
Die Dichtungen des Tannhusers /Kieler Online-Edition/herausgegeben von Ralf-Henning Steinmetz.
bersetzt von: Elisabeth Axnick, Leevke Schiwek und Ralf-Henning Steinmetz. /Kiel 20062015
Arbeitsstelle Tannhuser-Edition des Germanistischen Seminar der Christian-Albrechts-Universitt zu Kiel, 2006. Prof. Dr. Ralf-Henning Steinmetz.


Die Texte drfen im Internet frei verbreitet und fr den privaten wie fr den akademischen und wissenschaftlichen Gebrauch
ausgedruckt werden. Das Druckrecht verbleibt bei den Bearbeitern. Nhere Information, bitte Link verwenden!

Kiel, den 31. Juli 2015
 Ralf-Henning Steinmetz.     http://www.lapidarius.de/Tanhuser/

 

Zuerst der Text in der Originalsprache
 
Lieder 1/1
mhd.

 
Uns kumt ein wunneclchiu zt
Went ir in ganzen friden sn
Der winter ist zergangen
Ich lobe ein wp
Der knic von Marroch
Ich muoz clagen
Wol f, tanzen beral
Jrlanc blzet sich der walt


Uns kumt ein wunneclchiu zt
01

 

I.
Uns kumt ein wunneclchiu zt,
des frit sich allez, daz dir ist
Diu manigem hochgemete gt.
s wol dir, meie, daz du bist

II.
S rehte wunneclche komen!
daz ist mnes herzen spil.
Wir hn daz alle wol vernomen,
wie der frste leben wil.

III.
In sterrche und andersw
wil er behalden ie den prs.
Beide hie dort unde d
ist er an allen dingen ws.

IV.
Er ht sn dinc vollebrht als,
daz man dem werden danken muoz.
Er mac wol iemer wesen fr,
swem er d biutet snen gruoz.

V.
Mit ren rchtet er, der helt,
von jr ze jre baz und baz.
In weiz, ob irs gelouben welt:
er lt es niht durch smhen haz.
Nch sner wirde in nieman gar geloben kan.
Swaz er getuot, wer getar sich des genemen an?

VI.
Der habe ich noch b mnen tagen niht vil gesehen,
des hrt man ime die wsen und die besten jehen.

VII.
Si slfent noch, er wecket si, des dunket mich.
Ez was ein spilgar unz an her, n heten sich,

VIII.
Daz si den helt erzrnen niht!
daz ist mn rt, ez mac geschaden.
In weiz, ob sis geloubent iht:
si sint mit im gar uberladen

IX.
Und mezen alle wchen vor,
sw er vert hin mit sner schar.
Er sweibet ob in hh embor
vil schne alsam ein adelar.

X.
Snem rte bin ich holt, er lret niht wan werdekeit.
sin widerrtent niht sn re, die sint volleclche breit.

XI.
Er ht und mag und getar getuon, der stolze Wleis unverzaget.
wer lebt, von dem man n s vil der wunderlchen dinge saget?

XII.
Er ht niht wandels umb ein hr,
Swaz er geredet, daz lt er wr.

XIII.
Mit im s varnt juden, cristen, Kriechen, Valwen, heiden vil,
Unger, Piuln, Riuzen, Behein; swer eht schne leben wil,
der ist behalden, swannen er vert, b im, ist er ein fromer man.
Manigen armen er bertet: ich hebe an mir selber an.

XIV.
D b schaffet er den besten vride uber elliu sniu lant,
guoten kouf umbe allez ding, er wendet roub unde brant.

XV.
Sn herze blet alsam ein boun,
der zallen zten fride birt.
In aller milte ist gar ein troun
wider im, er ist der ren wirt.

XVI.
Mn geloube ist daz: swer in zer wochen eines mac gesehen,
Daz dem ungelckes niht enkeiner slahte mac geschehen.

XVII.
Er mac wol heizen Friderch,
ez wirt aber niemer sn gelch.

XVIII.
In kurzen zten daz geschiht,
daz man wol eine krne
schne f snem houpte siht;
s vert der frste schne.

XIX.
Er ist unser wunne,
glanz alsam diu sunne.

XX.
S ist sn tugenthafter lp
milt und rebre;
Elliu wol getnen wp
frgent von im mre.

XXI.
Von dem guoten wol gemuoten frgent si vil dicke b dem Rne,
Allenthalben f dien alben lopt man in wol und die sne.

XXII.
f dem wazzer und dem plne ist er s vermezzen,
In weiz niht, des an dem degen iender s vergezzen.

XXIII.
Trric herze fr
wirt von im, swanne er singet dien frouwen den reigen.
S hilfe ich im s,
daz ich singe mit im zaller zt gerne den meien.

XXIV.
Sn schimpf, der ist guot,
wan er gt mit ren, der reine,
d b hch gemuot
offenbar- lch getar. Sn guot, daz ist gemeine.

XXV.
Er ist zallen zten fr
im zimt wol daz lachen,
daz kan er vil suoze als
wol mit friden machen.

XXVI.
Vest alsam ein adamant,
sw manz sol beherten,
Sn lop vert dur elliu lant,
daz kan niemean scherten.

XVII.
Lobe in ieman baz danne ich,
der sol des geniezen.
Alle singer, dunket mich,
meste sn verdriezen.

XXVIII.
N dr! diu schar wirt aber michel, komen wir zesamne in der gazze von dien strzen.
N dan! ich kan noch wunder machen, des ich niht wil lzen.

XXIX.
Mit mir sult ir komen f den anger, d man die jungen mit scharen siht zuo sgen;
D sint diu kint, vor dien man muoz beide fliten und ggen.

XXX.
W ist n diu guote
mit ir pfwenhuote?
Der vergizze ich niemer,
solde ich leben iemer.

XXXI.
B der linden sol man vinden
uns b schnen kinden.
D suln wir singen unde springen,
d sol uns gelingen.

XXXII.
J w lt si sich vinden?
s d b den schnen kinden.

XXXIII.
D sol nieman sn unfr,
d der Tanhsre
reiget mit der lieben s.
Daz wre im ein swre,

XXXIV.
Wre d niht fr Kiunigunt
mit ir reiden lcken;
Die treit einen rten munt.
Daz sint sumertocken.

XXXV.
D wirt Matze mir ze tratze, loufet si mir vor mit dem balle.
Getel, Getel, mache ein metel, daz ez mir und dir wol gevalle!

XXXVI.
f, f, kint prevet daz leben!
st uns got den lp ht gegeben,

XXXVII.
S suln wir singen,
frlche springen.

berlieferung: Heidelberg, Cpg 848 (C), Bl. 264v
01

 


Went ir in ganzen friden sn
02

 

I.
Went ir in ganzen friden sn,
s wil ich iu tuon helfe schn,

II.
Und st ir fr, s frwe ich mich.
st wir den sumer hn gesehen,
diu heide stt gar wunneklich,
des muoz man ir von schulden jehen.

III.
Dur kurzwle ich kam gegn
f eine grene heide breit,
daz was s wunneklich der pln,
daz mir swant mn herzeleit.

IV.
D hrt ich die vogel frwen
sich der wunneklichen zt.
Daz kam von dem sezen dwen,
daz si sungen widerstrt.

V.
Ich hrt d vil manigen dn
von den kleinen vogelln.
Die heide gab in senften ln
mit maniger hande bluomen schn.

VI.
Der selben bluomen brach ich vil,
ald ichs f der heide sach.
Ez dhte mich ein senftes spil.
Ein ventiure mir geschach,

VII.
D von mn herze in friden was
und iemer muoz in friden sn:
ich sach durch daz grene gras
gn ein vil schnez megetn.

VIII.
Mn herze daz wart friden rch,
d ich die schnen rest sach;
si dhte mich s minneklch,
daz ich mich ir fr eigen jach

IX.
Und ich ir als nhe kam,
daz ich ir bt den mnen gruoz
und s mn rehte wr genam.
D wart mir aller sorgen buoz.

X.
Ah, wie diu vil liebe erschrac,
d mn diu schne wart gewr!
d was s wunneklich der tac.
Si truog ein schapel rsevr.

XI.
Schner cratiure ich nie
gesach s rehte wol gestalt,
d s f der heide gie.
B ir s wrde ich niemer alt.

XII.
Ich sprach der minneklichen zuo:
"wie st sus eine komen ir
her an disem morgen fruo?"
si sprach: "ir sult gelouben mir:

XIII.
Dur senften luft ich in dem touwe
her nach rsen bluomen gie"
ich sprach: "minnekliche frouwe,
dn gende suoche ich hie!"

XIV.
An s bewande ich mn gemete,
und dr zuo mns herzen sin:
"frouwe, dur dn selber gete
nim mn herze mit dir hin!

XV.
Daz enpf mit dnem lne:
du bist aller tugenden vol!
frouwe, mnes herzen krne,
s daz geschiht, s tuost du wol!"

XVI.
D wir sament in den kl
trten, uns was sanfte w.

XVII.
Die schne druhte ich her ze mir.
Si glei, daz ez vil lte erhal.
Ir rten munt, den kuste ich ir.
Si sprach: "ir bringet mich in schal!"

XVIII.
Alsus wart ich ir redegeselle.
Ich nam si b der wzen hant.
Von uns wart ein guot gevelle;
mir wart herzeliebe erkant.

XIX.
Nieman kan gepreven niht,
waz stter fride b uns was,
wan dem solichez heil geschiht:
der sol gelouben deste baz.

XX.
Der nie herzeleit gewan,
der g mit friden disen tanz.
Ob im sn herze von minne enbran,
der sol von rsen einen kranz

XXI.
Tragen: der gt hch gemete.
Ob sn herze fride gert
und gedenke an frouwen gete,
s wirt er vil wol gewert.

XXII.
Si gt fride michels m
danne des vil lieben meien bluot,
al die bluomen unde kl.
Ir sezer name, der ist s guot.

XXIII.
Daz habe ich vil wol befunden
an der lieben frouwen mn.
Wol der minneklichen stunden,
daz ich sach ir ougen schn

XXIV.
Und ich in ir minnebanden
als sre gestricket wart
mit armen und mit wzen handen:
wol der minnenklichen vart!

XXV.
D ist s gervelieret,
<> grende heide <>
mit cleinen velden wol gezieret.
An r stt aller mn gedank.

XXVI.
Dem tanze suln wir urlop geben,
wan er schiere ein ende ht,
und suln in hhem muote leben.
Megede, ir hnt es mnen rt:

XXVII.
Valschez trren werfent hin!
mit zhten sult ir wesen fr!
gewinnen wir der selben sin,
s sulen wir mit in tuon als!

berlieferung: Heidelberg, Cpg 848 (C), Bl. 265r
02

 

Das nchste Lied ist ein "Leich"

Leich:

Kommt von germanisch "laik" (Tanz, Spiel) und althochdeutsch "leih" (gespielte Weise)
Der Leich ist eine Form mittelhochdeutscher Lyrik und geht zurck auf die lateinischen
Sequenzen des Kirchengesanges. Vom Inhalt her unterscheidet man religise, Minne,
und Tanz-Leich.

 

Der winter ist zergangen
03

 

I.
Der winter ist zergangen,
daz preve ich f der heide.
aldar kam ich gegangen;
guot wart mn ougenweide.

II.
Von den bluomen wolgetn.
wer sach ie s schnen pln?
der brach ich zeinem kranze,
den truog ich mit tschoie zuo den frouwen an dem tanze.
welle ieman werden hhgemuot der hebe sich f die schanze!

III.
D stt vol unde kl,
sumerlaten gamandre,
die werden ztelsen.
stergloien vant ich d, die liljen und die rsen.
d wunschte ich, daz ich sant mner frowen solde ksen.

IV.
S gap mir an ir den prs,
daz ich wre ir dulz ams
mit dienste disen meigen;
durch si s wil ich reigen.

V.
Ein fores stuont d nhen,
aldar begunde ich ghen.
d hrte ich mich empfhen
die vogel als suoze.
s wol dem selben gruoze!

VI.
Ich hrt d wol tschantieren,
die nahtegal toubieren.
ald muost ich parlieren
ze rehte, wie mir wre:
ich was n alle swre.

VII.
Ein riviere ich d gesach:
durch den fores gieng ein bach
ze tal ber ein plniure.
ich sleich ir nch, unz ich si vant, die schnen cretiure:
b dem fontne saz diu klre, seze von faitiure.

VIII.
Ir ougen lieht und wolgestalt,
si was an sprchen niht ze balt,
man mehte si wol lden;
ir munt ist rt, ir kele ist blank,
ir hr reitval, ze mze lank,
gevar alsam die sden.
solde ich vor ir ligen tt, in mehte ir niht vermden.

IX.
Blank alsam ein hermeln
wren ir diu ermeln.
ir persne diu was smal,
wol geschaffen beral.

X.
Ein ltzel grande was si d,
wol geschaffen andersw.
an ir ist niht vergezzen:
lindiu diehel, slehtiu bein, ir feze wol gemezzen.
schner forme ich nie gesach, diu mn cor ht besezzen;
an ir ist elliu volle.
d ch die werden rest sach, d huop sich mn parolle.

XI.
Ich wart fr
und sprach d:
"frouwe mn,
ich bin dn,
du bist mn:
der strt der meze iemer sn!
du bist mir vor in allen.
iemer an dem herzen mn
muost du mir wol gevallen.
sw man frouwen preven sol, d muoz ich fr dich schallen,
an hbsch und ouch an gete
du gst aller contrate mit tschoie ein hhgemete."

XII.
Ich sprach der minneklchen zuo:
"got und anders nieman tuo,
der dich beheten meze!"
ir parol der was seze.

XIII.
S neic ich der schnen d.
ich wart an mnem lbe vr
d von ir salvieren.
si bat mich ir tschantieren
von der linden esten
und von des meigen glesten.

XIV.
D diu tavelrunde was,
d wir d schne wren,
d was loup, dar under gras,
si kunde wol gebren.

XV.
D was niht massene m
wan wr zwei dort in einem kl.
si leiste, daz si d solde,
und tet, daz ich d wolde.

XVI.
Ich tet ir vil sanfte w.
ich wnsche, daz ez noch erg!
ir zimt wol daz lachen.
d begunden wir beide d ein gemellchez machen,
daz geschach von liebe und ouch von wunderlchen sachen.

XVII.
Von amre seit ich ir,
daz vergalt si dulze mir.
si jach, si lite ez gerne,
daz ich ir tete, als man den frouwen tuot dort in Palerne.

XVIII.
Daz d geschach, d denke ich an,
si wart mn trt und ich ir man.
wol mich der ventiure!
erst iemer slic, der si siht,
st daz man ir des besten giht.
sist als gehiure.
elliu granze d geschach von uns f der plniure.

XIX.
Ist iemen dem gelinge baz,
daz lze ich ne haz.
si was s hhes muotes,
daz ich vergaz der sinne.
got lne ir alles guotes!
s twinget mich ir minne.

XX.
Waz ist, daz si mir tuot?
allez guot,
hhen muot
habe ich von ir iemer,
in vergizze ir niemer.

XXI.
Wol f, Adelheit!
du solt sant mir sn gemeit,
wol f, wol f Irmengart!
du muost aber an die vart.

XXII.
Diu d niht enspringet, diu treit ein kint,
sich fruwent algemeine, die dir sint.

XXIII.
Dort hre ich die floiten wegen,
hie hre ch den sumber regen,
der uns helfe singen,
disen reien springen,
dem meze wol gelingen
zallen snen dingen!

XXIV.
W sint nu diu jungen kint,
daz si b uns niht ensint?

XXV.
S s
lic si mn Kiunigunt!
solt ich si kssen tsent stunt
an ir vil rsevarwen munt,
s wre ich iemer m gesunt,
diu mir daz herze ht verwunt
vaste unz f der minne grunt.

XXVI.
Daz ist enzwei,
hei n hei!

XXVII.
Des fidelres seite,
der ist enzwei

berlieferung: Heidelberg, Cpg 848 (C), Bl. 265 rv
03

 

Ich lobe ein wp
04

 

I.
Ich lobe ein wp, diu ist noch bezzer danne guot,
sist schne und ist schner vil und hchgemuot,
si ht vor allen valschen dingen sich behuot;
ich gehrte nie wp s wol geloben, als man si tuot.

II.
salde wart s schne nie
noch Trone, diu ein gtn was.
Medea, swaz diu noch ie begie,
des half ir mit wsheit frouwe Pallas.

III.
Jn gap rcheit dur die minne, hre ich jehen.
Swaz Dd hatte, daz wart geteilet beral.
Latricia, diu lie sich tougenlchen sehen.
Palatrica den frouwen vil der kinde stal.

IV.
Helena was ein kneges wp,
zuo der kam ein Discorda;
daz gieng in ouch beiden an den lp,
des engalt ouch Amarodia.

V.
Ez schuof ein wp, daz Troia wart
zerstret, diu hiez Avenant.
Lnet, diu was von hher art,
ir vater, der hiez Willebrant.
Vnus ein apfel wart gegeben,
d von s huop sich michel nt:
dar umbe gap Pris sn leben,
d lac ouch Menalaus tt.

VI.
Sibille was ein vil listic wp
b der Amabila;
si rieten f sentren lp;
daz tet diu leide Invida.

VII.
Frouw Blanschifliur, diu was an allen dingen kluoc,
dar umbe Walheis st vil lange wart vertriben.
Gwn, der den anker werdeclche truoc,
der klegte, daz Iwein in dem fores was beliben.

VIII.
Sarmena klegte grz ungemach,
daz Gmuret als mezic saz;
ze Curaze si d mit zorne sprach:
"d Lanzlet sich des vermz,

IX.
Daz er mich rche an Parzivle,
der Hectore sn veste brach.
Er nam ze Karidol den grl,
d des Achilles niht enrach.
S richet ez mir Galogriant,
swaz Opris mir ze leide tuot."
Tispe was ein lion bekannt,
Gegen Piramus stuont ir muot.

X.
Diu clre ame sprach zir massene s:
"mn gumpene sol der storje wesen vr."

XI.
Ginovr z Britanjelant,
die Arts hat ze wbe erkorn,
die man in hher tschoie ie vant,
der brhte z Provenzl ein horn,

XII.
Von Portigl ein petscheler, daz was s wunderlcher art,
swer dar z tranc, der wandel hete, daz er dmit begozzen wart.

XIII.
Porhtram, diu was von Lunders s geborn her,
daz schuof der Wigol gegen den Provenzl ein sper.

XIV.
Her Wigamiur d vor Camvoleis
wol tet erz, als wirz hn vernomen;
gegen dem s hielt her Wigoleis,
der was den vrouwen ze dienste komen.

XV.
Tristran erwarp die knign
von Marroch, als wir hren sagen.
Ein mrin was diu heidenn.
Der alden suln wir hie gedagen.

XVI.
Und loben mne guoten,
die reinen, wolgemuoten,
sw si gt an dem tanze
mit ir rsenkranze,
dr obe ein ander krenzel,
ein wz gevalden swenzel;
Ir hr gelch dem golde,
als es got wnschen solde,
krs alsam die sden:
wan mehte si wol lden;
sw minne wr genme,
diu liebe d wol zme.

XVII.
Von rient unz  ze Occident  wart nie schner wp geborn.
Ich hn die guoten,  wol gemuoten iemer mre ze trste erkorn.
Ir munt gewelwet,  niht geselwet ist ir wengel unde kel.
Ob ich jhe, daz ich she, d ir lp ist sinewel,

XVIII.
Des ensol ich melden, seht, daz zme nicht,
wan der si mit mnen ougen ane siht,

XIX.
Dem muoz si wol gevallen
ze wunsche vor in allen.
Ich lobe ir zuht, ir gete,
ir stte, ir hchgemete.

XX.
Ir lp, der ist s wolgestalt:
swer b ir solde werden alt,
der hat der werlte lop vil gar.
Si ist s minneclch gevar,
an ir ist niht vergezzen,
ze wunsche ist si gemezzen.
f ir hiufel ber al,
d sol ein borte ligen smal,
vil wol gesenket hin ze tal,
d man ir reiet an dem sal;
d ist ir lp gedrollen,
ze wunsche wol die vollen.

XXI.
Volge mir,  sam tuon ich dir,  herzeliebiu reine,  d guote, d seze!
tuost d daz,  s wirt mir baz.  Daz dich got vristen meze,
minne mich, sam tuon ich dich!  sol ich iemer helfe alde frude gewinnen,
frouwe mn,  daz meste sn  vil gar von dnen minnen.

XXII.
Wolgemuoten, lnt, die guoten iu behagen!
si sol von rehter arte der ren krne tragen.

XXIII.
Sw si gt zuo der linden
mit wolgemuoten kinden,
d zimt ir wol daz reigen,
si zieret wol den meigen.

XXIV.
Ir zimt wol daz lachen,
daz kann si seze machen.
Si machet trric herzen vr, balt
si junget den, der was alt.
Lopt ieman sne frouwen baz,
daz lze ich iemer sunder haz.
N heia, Tanhsre!
vergangen ist dn swre,
sw diu liebe b dir wre.
Diu ist s fridebre.
D wurde wol gesungen,
getanzet und gesprungen.

XXV.
N dar!  nement wr,  w diu liebe springet,
vor mir,  nch mir, swie der seite erklinget,
gestriket wol ze prse,
ze blicken als lse.
W ist mn frouw Matze?
der springe ich ze tratze!
n seht an ir veze!
die machent ez s seze.
seht an ir beinel!
reitbrn ist ir meinel.

XXVI.
W ist mn frouw Jutze,  diu liebe, als lange?
daz Elle an dem tanze  niht springet gedrange!
n wol f zer linden,  ir kint als jungen,
d wirt under kranze  ze tanze gesungen!

XXVII.
Heia, sumerwunne,
swer uns dn erbunne!
hie nimt der tanz ein ende.
Swer uns die fride wende,

XXVIII.
Den vermden rsen
und alle ztelsen
und aller vogellne sanc!
mich twinget, daz mich d twanc.

XXIX.
N singe ich aber hei!
heia, n hei!

XXX.
N ist dem videlre
sn videlboge enzwei!

berlieferung: Heidelberg, Cpg 848 (C), Bl. 265v-266r
04

 

Der knic von Marroch
05

 

I.
Der knic von Marroch ht der berge noch genuoc,
die guldin sint, ze Goucasals, des hre ich jehen.
Swi rch er s, mn wille mich nie dar getruoc.
Ich hn ouch den von Barbare wol gesehen.

II.
Von dem von Persin hre ich wunder sagen;
so ht noch mr gewaltes der von Indn.
Den knic von Latrize hre ich vil der heiden klagen;
sam tten s den soldn von der Sitricn.

III.
Ich kenne ouch wol den pilat d von Zazamanc;
ze Babilne jehent s wie guot der s.
Ze Alexandre s enhabe ich deheinen gedanc;
der knic von Baldac sol mn iemer wesen fr.

IV.
Von knic Cornetn habe ich vil vernomen.
Vr Thomas gt der Jordn, daz ist mir bekant.
Ze Jrusalm zem Cornetal bin ich komen,
Encole ist mir wol kunt in Kiperlant.

V.
In Normana ich was.
Wie kme ich d genas!
fr Anthioch kam ich ze Tiurgis sunder danc:
d was der tten vil,
von den ich singen wil.
Der Vattan gar mit sner milte Kriechen twanc.

VI.
Von Salnegge ein rois,
der was von Munt Fortois.
Ze Constantinopel was ein grande merfein.
Diu wte Troie lanc,
diu wart gar n ir dank
zerstret, d muose st diu Rmane sn.

VII.
Ze Kiunis erbent ouch diu wb und niht die man.
Dar an s stzet Pulgere, hre ich sagen.
Die Valwen sint gar ungeriht in Tanagran,
des hrte ich vil die Ungern und die Riusen klagen.

VIII.
Der Bheim solde wol den rchen hellen mite.
Ccilje sol dem keiser wesen undertn.
Die Sarden hnt ouch manigen wunderlchen site.
Den voget von Rme ich dike wol gesehen hn.

IX.
Kerlingen stt mit guotem vride und d b Engellant.
Die z'Arle wolden iemer als wesen fr.
Dur Arts wart Britnje ze Karidl genant.
Die Wilzen sind geborn d her von Tenebre.

X.
Fnf sterkiu regna sint
er ist vil gar ein kint,
swer der nicht weiz in Spangen, und sint doch wizzentlch:
daz eine ist Portigal
und ht diu rchu tal;
daz ist Kaliz und ist unmzen rch.

XI.
Der dritte ht genuog und ist von Arragn.
Der vierde vert viur Kasteln hin gegen Gramizn.
Den fnften von Navarre, swer den welle sehen,
der var d hin, s muoz er mir der wrheit jehen.

XII.
Terramr, der fuorte ein her ze Orense mit gewalde.
Daz was dien Schampneisen leit, si verlurn d junge und alde,
store manicvalde.

XIII.
Oravil schuof sich grze nt, den burgen d ze leide.
D lac vil manic Wleis tt ze Turnis f der heide.
Daz schuofen s d beide.

XIV.
Vienne ht legisten vil. Der kunst astronome
ze Doleth ich niht lernen wil von der nigromance.
Niht guot ist zoubere.

XV.
bernia ht der Schotten vil, an ir gelouben stte.
Ze Norwge bedarf man wol viur kelte guoter wte.

XVI.
S ht ouch der Tenemark der seln besezzen.
S mag ich des von Oesterrche ze guote niht vergezzen,
der was ein helt vermezzen,
b dem was ich gesezzen.

XVII.
Der z Peierlant mac sich ze knigen wol gelchen,
ich gesach nie frsten m s milten noch s rchen,
s rechte lobelchen.

XVIII.
Heia, Tanhsre, n l dich iemer b im vinden,
gar n allen wandel dn! s liebest dich den kinden
und mac dn leit verswinden.

XIX.
Nime den rsenkranz,
trage in der guoten an den tanz
und stricke in wol ze prse!
l dn trren sn,
nim wr der lieben frouwen dn!
si tanzet als lse.

XX.
Vivianz ist clr.
Gunrn nimt sn bezzer wr,
noch baz danne Echelabiure.
Bel amur si ht,
swanne si die zerlt,
s frit sich mn Parliure.

XXI.
Salatn, der twanc mit sner milten hnt ein wunder.
Sam tet der knig Ermenrch daz lant ze Belagunder.

XXII.
Ez wart nie baz gestalt, danne ich die minneklche vant aleine.
Mache fr mich, slic wp, lt tanzen mich an dner hnt, vil reine!

XXIII.
Seite ich von Ruolande vil, daz tet ich aber nch wne.
N lzen wir die recken sn und alle die von Trne
und die von Bridamne!

XXIV.
Ein schampene was d b,
ein frest stuont d nhen,
d was manic bel ame,
die dar begunden ghen,
d s mn lieb ershen.

XXV.
Wol f, mn guote, zuo mir an den reigen!
mir ist ze muote, wir mezen unsich zweigen.
Nch der vil lieben, der clren, der sezen,
diu mner swre ein teil kan gebezen!

XXVI.
W n, Jute und Lse?
hie gt Metze und Rse.
W n, Richi und Tetel?
hie gt Bele und Getel.

XXVII.
Schne mit dem kranze
slchet an dem tanze!
wart nie baz gestalt ein lp:
n l dich minnen, slic wp,
werdiu cratiure,
Paliure!

XXVIII.
Ir munt bran als ein rubn gegen der sunnen glaste,
ir kel ein adamaste, der tugende vol ein kaste.

XXIX.
W n flter, herpfer, dar zuo tambrre,
gegen der guoten,  wol gemuoten!  diu ist s fridebre!
w sint n trumbunre?

XXX.
N sunge ich vil mre,  n frhte ich vil sre,
daz sn die verdrieze,  swen ich gerne lre.

XXXI.
N ist dem videlre  sn seite zerbrochen!
daz selbe geschiht im  alle die wochen!

XXXII.
Heia, Tanhsre,
l dir niht wesen swre!

XXXIII.
Sw man n singe,
frlche springe,

XXXIV.
Heia n hei!

berlieferung: Heidelberg, Cpg 848 (C), Bl. 266rv
05

 

Ich muoz clagen
06

 

I.
Ich muoz clagen,
daz b kurzen tagen
diu werlt wil an friden gar verzagen.

II.
Diu ist s kranc;
swaz ich ir ie gesanc
ze dienste, des seit s mir kleinen dank.

III.
Ein ander nt
klage ich sunder spot:
daz rehtiu milte ist an den herren tt.

IV.
Als zel <ich> zem ersten an
den keiser Friderchen.
Ouw, daz man niht vinden kan
in allen tiutschen rchen

V.
Ein knic, dem zeme wol
nch im des rches krne!
ouw, daz er niht leben sol,
dem s stuont als schne!

VI.
Daz was der milte knic Heinrch,
b dem was fride stte.
Daz nieman tuot dem gelch,
der zuo dem rche trte

VII.
Und im mit triuwen wre b!
nu ist der knic erstorben
und ist daz rch gar erbes vr.
D b ist vil verdorben

VIII.
Des besten landes ein michel teil.
Die wle und daz er lebte,
knic Kuonrat, d was maniger geil,
der nch dem rche strebte.

IX.
N ist aller schar gelegen.
W siht man noch erglesten,
als man b knigen ht gepflegen,
den kunden und den gesten?

X.
z Bheim lande ein knic rch
und ouch in sterlande,
ein Liupolt und ein Friderch,
die lebten ne schande.

XI.
Ein junger frste von Miran
und ouch ein Welf von Swben,
die willeklchen manigem man
vil rcher kleider gben.

XII.
Ein junger helt von benberc
und Hug, ein Tuwingre,
die worhten beide hrren werc,
si buozten manigem swre.

XIII.
Ein Herman z Dringen lant,
darzuo ein Brbandre,
Chuonrt, von Lantsberc genant,
darzuo der Bogenre,

XIV.
Des milte was mir wol erkant.
Wer erbet n ir milte?
rch z Dennemarchenlant,
den gbe nie bevilte.

XV.
Des tugende wankte niht ein hr,
s ist iemer stte triuwe.
D b nim ich eines hrren wr,
der ht sganze triuwe:

XVI.
Von Brennen ein grve Dietrch,
der ht tugende ein wunder.
Vil milter got vom himelrche,
gewer mich des besunder:

XVII.
An sme sune, Chuonrt genant,
die wle in treit die erde,
so wnsche ich des dur elliu lant,
daz er guot rihter werde

XVIII.
Und er begrfe des vater spor
nch rechtes hrren lre.
Die wle im gt diu jugende vor,
s ht sn alter re.

XIX.
Als der junge frste stt,
der selbe z Dringen lande;
Albrecht vil rchez lop f gt,
gebruoder ne schande.

XX.
z Bln lande ein frste wert,
des wil ich niht vergezzen.
Vrou re sn zallen zten gert,
diu ht in wol besezzen.

XXI.
Herzogen Heinrch, ren rch,
von Pressela genant,
den wil ich loben sicherlch:
mn zunge in wol erkennet.

XXII.
Het er tsent frsten guot,
seit man in tiutschen rchen,
daz vergbe sn milter muot
und tet ez willeclchen.

XXIII.
Fride und reht ist z gesant
von ime f sne strze.
Der junge knic z Beheim lant,
der lebt in kniges mze.

XXIV.
Wer gesach b manigen zten ie
so werdes frsten krne,
als er in Bhein lande truoc,
dem s stende als schne?

XXV.
Got helf der sle z grzer nt!
ich meine die herren alle,
die sn an rehter milte tt
und ouch mit ren schalle.

XXVI.
Got setze alle in sne schar!
ich wil von frsten singen
der vinde ich leider cleine gar ,
die n nch lobe ringen.

XXVII.
An den man ie des besten iach,
Heinrch der Mzenre,
der sne triuwe nie zerbrach,
der ist alles wandels lre,

XXVIII.
Er solte des rches krne tragen,
der vater mit den kinden.
Ich kunde nie b mnen tagen
kein wandel an im vinden.

XXIX.
An Hennenberg vil ren lt,
mit tugenden wol beschnet.
Grve Herman, ouw der zt,
daz der niht wart gekrnet!

XXX.
des muoz ich in von schulden klagen.
Got gebe im dort ze lne!
nch sner wirde meze er tragen
im himelrch die krne.

XXXI.
z Sahsen lant herzoge Albreht,
der was der frsten lre.
Er kunde uns fride wol machen sleht;
diu werlt hat sn re.

XXXII.
Von Bbenberc bischof Egebreht,
den wil ich gerne grezen.
er was an allen tugenden reht,
er kunde wol kumber bezen.

XXXIII.
z Peier lant ein frste wert,
den greze ich mit gesange.
Sn herze manger ren gert,
des milte muoz mich belangen.

XXXIV.
Sn bruoder heizet Ldewc,
der ht der tugenden ein wunder.
Den frsten d von Brnenswc
behete uns got besunder.

XXXV.
Von Brandenburc der hof stt wol:
den ist als ze muote,
daz siu sint wsheit als vol,
diu wsheit stt nch guote.

XXXVI.
W sol ich hrren suochen,
die lobes n geruochen?
die sol vrou re wsen!
swer rehtez lop kan prsen
mit werdes frsten zungen,
dem wirdet lop gesungen!

XXXVII.
Ich wil den frsten nennen,
ob ir in welt erkennen:
sn gruoz und ouch sn lachen,
daz kan mir fride machen!

XXXVIII.
Des munt ist kiusche, und seze wort,
daz feget nieman baz danne reinen wben,
st ir gete hilfet mangen senden man,
der in ir minne banden lt.

berlieferung: Heidelberg, Cpg 848 (C), Bl. 266v 267r
06

 

Wol f, tanzen beral
07

 

I.
Wol f, tanzen beral!
frit iuch, stolzen leigen!
wunneklchen stt der walt.
Wol geloubet, daz sint liebiu mre.
Jrlanc prevet sich der schal
gegen den liehten meigen.
D die vogel beral singent wol,
zergangen ist ir swre.
Al ber ein planiure
die bluomen sint entsprungen.
Elliu cratiure,
diu meze d von jungen.
Wil ein wp, s wirt mir wol
nch der ie mn herze ht gerungen.

II.
Zergangen ist der leide sn
Von der grenen heide.
Komen sint uns die bluomen rt,
des frit sich diu werlt elliu gemeine,
dar zuo vol und kl,
liehte ougenweide!
mit den wunnen ist mir w.
daz kan nieman wenden wan al eine,
Diu mich heizet singen.
Der zimt wol daz lachen.
Sol mir wol gelingen,
daz muoz ir gete machen.
Von ir schulden mezen noch
tsent herzen und dannoch mre erkrachen.

III.
Diu mir an dem herzen lt,
die sach ich s schne
an einem tanze, d si gie
wol mit ren b den schnen frouwen.
Ich wart fr der selben zt,
got ir iemer lne,
daz si mich s wol enpfie.
Solde ich s noch einest als schouwen,
die vil tugentrchen,
s wre mir wol ze muote.
ir kan niht gelchen.
Vil slic s diu guote!
nch ir minnen ist mir w:
noch ist diu werlt gar ungemeiner huote.

berlieferung: Heidelberg, Cpg 848 (C), Bl. 267c

07
 

Jrlanc blzet sich der walt
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I.
Jrlanc blzet sich der walt,
und ouch diu heide
valwet von dem kalden sn.
wie hnt sich diu zt gestalt!
ouw der leide!
schouwent, wie der anger st:
zergangen ist der grene kl!
wil diu reine,
die ich d meine,
mn vergezzen, s wirt mir vil dicke w.

II.
Mne friunde, helfent mir
der lieben danken,
der ich singe f hhen prs!
guoten trst hn ich von ir!
mehte ich der blanken
machen brn ir rten grs!
si gert des apfels, den Pars
gap dur minne
der gttinne.
fege ich daz, s mac ich heizen ir ams.

III.
Swaz ich wil, daz ist ir nein.
Muos ich daz lden
, wie lange sol daz wern?
alsus hellen wir enein.
Knde ich gemden
si, daz wolde ich fegen gern.
Si wil von mir den liehten stern
Tremuntnen
und den mnen
zuo der sunnen: des enwil si niht enbern.

berlieferung: Heidelberg, Cpg 848 (C), Bl. 267c
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