Oswald von Wolkenstein
   
 

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Oswald von Wolkenstein


Biographie
Kurzfassung


geb.1377 vermutlich auf Burg Schöneck im Pustertal/Südtirol gest. 2. August 1445 in Meran

Oswald war der zweite von drei Söhnen und vier Töchtern des Friedrich von Wolkenstein und der
Katharina von Villanders.
Im Alter von zehn Jahren verließ er sein Elternhaus, um als Knappe zu dienen und die Welt zu bereisen.
Mehrere Jahre lang reist Oswald, wohl im Gefolge eines fahrenden Ritters, in verschiedenen Ländern
umher. Für den Sohn eines Edelmannes war dies damals üblich.

Beachtenswert ist aber, wie umfassend er Europa kennengelernt hat: Sein autobiografisches Lied
"Durch Barbarei, Arabia" nennt Preußen, Rumänien, Türkei, Persien, Ungarn, Böhmen, Spanien.
Im Lied 18 - entstanden 1416 - nennt er noch weitere Länder.
1408 gab er als Vorbereitung auf eine Palästinareise den Denkstein am Brixner Dom in Auftrag, der Oswald als Kreuzritter mit langem Pilgerbart zeigt.
Nach dem Tod des Vaters (1399) kehrt Oswald nach Tirol zurück und ist dort 1400 wieder urkundlich nachweisbar. 1401–1402 nimmt er am erfolglosen Italienfeldzug des deutschen Königs Ruprecht III. von der Pfalz teil.
Höhepunkt von Oswalds Leben ist 1415 die Teilnahme am Konzil von Konstanz im Gefolge Herzog
Friedrichs IV. von Tirol.
Sommer/Herbst 1417 Heirat mit Margarethe von Schwangau der Ehe entspringen 7 Kinder.
Seine Nachfahren bilden die noch heute bestehende Familie Wolkenstein-Rodenegg.


Er war auch ein Politiker von mehr als nur regionaler Bedeutung. Sein Leben und Wirken kann als
beispielhaft für einen Ritter des beginnenden Spätmittelalters angesehen werden.
Er war Diplomat in Diensten des deutschen Kaisers Sigismund I.
Am 2. August 1445 stirbt er in Meran. Er wurde im Kloster Neustift bei Brixen begraben, wo sein Grab 1973 wiedergefunden wurde.


Das Leben Oswalds ist in vielen Dokumenten detailliert überliefert. Er selbst sorgte mit seinen häufig autobiographischen Liedern dafür, dass sein Leben nicht vergessen würde.
Oswald ließ Handschriften seiner Lieder anfertigen, von denen drei auch erhalten sind:
1425 bzw. 1427–1436: Wiener Pergamenthandschrift A (Texte mit Noten):
Grundsammlung von 42 Liedern (1425 abgeschlossen)
1432 Innsbrucker Pergamenthandschrift B (Texte mit Noten)
Die Handschriften A und B ließ Oswald selbst anfertigen und versah sie mit seinem Portrait.

Diese Bilder stellen die erste authentische Abbildung eines deutschen Dichters dar.

Mit Oswald von Wolkenstein erscheint um 1400 die Wirklichkeit in der Lyrik: Er singt nicht mehr vom
Paradiesgärtlein, sondern von seiner südtiroler Heimat, er dichtet nicht mehr anonyme Damen an,
sondern die eigene Ehefrau. Oswald, die dominierende Dichtergestalt seiner Zeit, war aber nicht nur sprachspielerischer Autor, sondern auch ambitionierter Komponist.

Sein Werk umfasst 130 Lieder und 2 Reimpaarreden und zeichnet sich durch eine Vielfalt von
Themen und Formen aus: Liebeslieder in Ich-Form, Tagelieder und Pastourellen, Liebesdialoge und Minneallegorien,
Trink- und Scheltlieder, Reise- und geistliche Lieder; zum Teil kontrastieren derbe, sexualitätsbezogene Inhalte mit hohem Stil.


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