Frauenlieder
   
 

Home
Fabeln
Das Mittelalter
Gedichte
Gste

 

 

 

 

 

 

 


Minnesnger







          mittellateinische Texte


          altprovenziale Texte

          altfranzsische Texte









Frauenlieder
gehren zu den ltesten poetischen Zeugnissen, welche in die schriftliche berlieferung der
volkssprachlichen Dichtung im Mittelalter eingegangen sind, und schon allein aus diesem Grunde
kommt ihnen eine herausragende kultur- und literarhistorische Bedeutung zu. Es sind Lieder, deren lyrisches Subjekt eine Frau ist.

Zu Beginn ein paar Lieder von Frauen geschrieben.


Herzogin Margarethe von sterreich
1482-1530







Sie war die Tochter des Erzherzogs Maximilian, des spteren Kaisers Maximilian I. und der Maria von Burgund und die Tante von Kaiser Karl V. und regierte als Statthalterin der Niederlande.
Margarethe besa ein hohes Ansehen als Frderin der Knste.






 
1.
Myn hertken heeft alttijts verlanghen
Naer u, die alderliefste mijn.
U liefde hevet my so seer bevanghen!
U vry eighen willic sijn!

2.
Voor al di werlt, alghemeine,
Zo wie dat hoeret ofte siet,
Hebdy mijn hertken geheel alleine
Daerom, lief, bogheeft my niet!

 

1.
Mein Herzlein hat allzeit Verlangen
Nach dir, du Allerliebster mein!
Die Lieb zu dir hat mich so sehr befangen,
Deine Frei-Eigne will ich sein!

2.
Was immer auch die Welt mag geben,
Was Herrliches sie auch verspricht,
Du nur bleibst meiner Seele Leben,
Darum, Lieb, verlass mich nicht!

 

1.
Ghequetst ben ic van binnen,
doorwont mijn hert so seer;
van uwer ganscher minnen
ghequetst so lanc so meer.

2.
Waer ic mi wend, waer mic mi heer,
ic en can gherusten dach noch nachte;
waer ic mi wend, waer ic mi keer,
ghi sijt alleen in min ghedachte.

 
1.
Tief in den Herzen innen
bin ich verwundt so sehr,
qult mich viel se Minne,
leid ich so lang so mehr.

2.
Bei Tag und Nacht kann ich nicht ruhn,
wo ich in Feld und Wald auch wanke;
bei Tag und Nacht kann ich nicht ruhn,
du bist allein nur mein Gedanke.

 

Mechthild von Magdeburg
um 1207-ca.1282

Mechthild stammte aus niederen Adel, fhrte nach ihrer Flucht aus dem Elternhaus ab 1230 in Magdeburg zuerst das Leben einer Begine, trat um 1270 in das Nonnenkloster Helfta ein (damals ein Zentrum der Frauenmystik) und starb dort um 1282.
Ab 1250 schrieb sie ihre mystischen Visionen und Erfahrungen unter Anleitung ihres dominikanischen Beichtvaters Heinrich von Halle auf.


Beginen und Begarden heien in den Quellen des 12. bis 14. Jahrhunderts die Mitglieder der Collegia Beguinarum, bzw. Beguinorum, religiser Gemeinschaften, die zwischen Ordensgemeinschaften und Laien angesiedelt waren.

 

Got liebkoset mit der sele an sehs dingen
 
Gott liebkost mit der Seele in sechs Dingen
 
1.
Du bist min senftest legerkssin,
min minneklichest bette,
min heimlichest růwe,
min tiefeste derunge,
min hohste ere!
Du bist ein lust miner gotheit,
ein trost miner monscheit,
ein bach miner hitze!

2.
Du bist min spiegelberg,
min ogenweide,
ein verlust min selbes,
ein sturm mines hertzen,
ein val und ein verzihunge miner gewalt,
min hohste sicherheit!

 
1.
Du bist mein sanftestes Liegekissen,
mein Liebesbett,
meine heimlichste Ruhe,
mein tiefstes Begehren,
meine hchste Ehre!
Du bist eine Lust meiner Gottheit,
ein Trost meiner Menschheit,
ein Bach meiner Hitze.

2.
Du bist mein Spiegelberg,
meine Augenweide,
ein Verlieren meines Selbst,
ein Sturm meines Herzens,
ein Fall und ein Wegziehen meiner Kraft,
meine hchste Sicherheit.

 
Die minne sol sin mortlich ane masse und ane underlas; das ist der toren torheit
 
Die Liebe soll ohne Ma und Unterlass mrderisch sein, dies ist die Einfalt der Einfltigen
 
"Ich frowe mich, das ich minnen můs den,
der mich minnet,
und gere des, das ich in mortlich minne
ane masse und ane underlas.
Vrowe dich, min sele,
wan din leben ist gestorben
von minne dur dich,
und minne in so sere,
das du mogest sterben dur in;
so brennest du iemer mere
unverloschen als ein lebend funke
in dem groen fre der hoher maiestat;
so wirstu minnefres vol,
da mit dir hie ist so wol.
Du darfst mich nit me leren,
ich můs ir gevangen wesen,
ich mag anders nit geleben.
Da si wonot, da můs ich belieben,
beide an tode und an libe."
Das ist der toren torheit,
die lebent ane herzeleit.

 
"Ich freue mich, dass ich den lieben muss,
der mich liebt, und dass ich das begehre, dass ich ihn mrderisch ohne Ma und Unterlass liebe:
Freue dich, meine Seele,
denn dein Leben ist aus Liebe um deinetwillen gestorben; liebe ihn so sehr,
dass du seinetwegen sterben wirst,
dann brennst du immerfort unverlschlich
als ein lebender Funken in dem groen Feuer der lebendigen Majestt:
Dadurch wirst du voll mit Liebesfeuer,
damit dir hier so wohl ist.
Mehr brauchst du mich nicht zu lehren,
ich kann mich von der Liebe nicht abwenden, ich muss von ihr gefangen bleiben, ich kann anders nicht leben.
Wo sie ist, da muss ich bleiben, im Tod oder im Leben."
Das ist die Einfalt der Einfltigen,
welche ohne Herzeleid leben.

 
Wie der von minnen ist wunt, wirst gesunt
 
Wie der von der Liebe Verwundete gesund wird
 
Swelch mensche wirt ze einer stunt
von warer minne reht wunt,
der wirt niemer me wol gesunt,
er enksse noch den selben munt,
von dem sin sel ist worden wunt.


Durnehtig sele, vrowe dich,
du bist alleine got gelich.
Ja es ist wol billich,
wan du trinkest mit gotlicher gedult
vil manig bitterkeit in dich ane schult.

 
Welcher Mensch zu einer Stunde
von wahrer Liebe gnzlich verwundet wird,
der wird nie mehr ganz gesund,
es sei denn, er ksse denselben Mund,
von dem seine Seele verwundet worden ist.


Durchnchtige Seele, freue dich,
du allein bist Gott gleich.
Ja, es ist durchaus angemessen,
wenn du mit gttlicher Duldung
viel Bitterkeit schuldlos in dich trinkst.

 
Alsust sprichet d minnende sele ze irme lieben herren
 
So spricht die liebende Seele zu ihrem geliebten Herrn
 
Were alle di welt min
und were si luter guldin,
und solte ich hie nach wnsche eweklich sin
die alleredelste, die allerschoneste,
die allerricheste Keyserin,
das were mir iemer unmere;
also vil gerne sehe ich Jhesum Christum,
minen lieben herren,
in siner himelschen ere!
Provent, was si liden, die sin lange beiten!

 
Wre die ganze Welt mein
und wre sie aus lauterem Gold,
und sollte ich hier nach Wunsch auf ewige Zeit die alleredelste, die allerschnste,
die allermchtigste Kaiserin sein:
das wre mir fr immer gleichgltig
dass ich so gerne Jesus Christus,
meines geliebten Herrn, in seiner himmlischen Ehre sehe. Erkennt, was die leiden, die lange auf ihn warten!

 

                                 Nun die klassischen Frauenlieder


Kaiser Heinrich 1165 1197
 

1.
"Wol hher danne rche bin ich alle die zt,
s als getlche diu guote b mir lt.
si ht mich mit ir tugende
gemachet leides vr.
ich kom ir nie s verre st ir jugende,
ir enwre mn sttez herze ie nhe b."

2.
Ich hn den lp gewendet an einen ritter guot,
daz ist als verendet, daz ich bin wol gemuot.
daz ndent ander vrouwen
unde habent des haz und
sprechent mir ze leide,
daz si in wellen schouwen.
mir gevel in al der welte nie nieman baz.

 
1.
"Wohl mehr als mchtig bin ich alle Zeit, wenn
die Liebste so lieb bei mir liegt. Sie hat mit ihrer Kraft meinen Kummer vertrieben. Niemals habe ich mich seit ihrer Jugend auch nur ein wenig von ihr entfernt, ohne dass mein treues Herz ihr stets nahe gewesen wre."

2.
Ich habe mich einem edlen Ritter hingegeben. Das ist so vor sich gegangen, dass ich froh bin. Deshalb sind andere Frauen neidisch und voll Hass und sagen,
um mir wehzutun, sie wollen ihn sich anschauen. Mir gefiel in der ganzen Welt nie jemand besser.

 


Albrecht von Johansdorf
 

1.
Ich vant si ne huote
die vil minneclche eine stn.
j, d sprach diu guote:
"waz welt ir s eine her gegn?"
"Vrowe, ez ist als geschehen."
"sagent, war umbe sint ir her?
des sult ir mir verjehen."

2.
"Minen senden kumber
klage ich, liebe vrowe mn."
"w, waz sagent ir tumber?
ir mugent iuwer klage wol lzen sn."
"Vrowe, ich enmac ir niht enbern."
"s wil ich in tsent
jren niemer iuch gewern,"

3.
"Nein, kniginne!
daz mn dienst s iht s verlorrn!"
"ir sint ne sinne,
daz ir bringent mich in selhen zorn."
"Vrowe, iuwer haz tuot mir den tt."
"wer ht iuch, vil lieber man,
betwungen f die nt?"


4.
"Daz ht iuwer schoene,
die ir hnt, vil minneclchez wp."
"iuwer sezen doene
wolten krenken mnen staeten lp."
"Vrowe, niene welle goz."
"wert ich iuch, des hetet ir re;
s waer mn der spot."

5.
"S lnt mich noch geniezen,
daz ich iu von herzen ie was holt."
"iuch mac wol verdriezen,
daz ir iuwer wortel gegen mir bolt."
"Dunket iuch mn rede niht guot?"
"j si ht beswaeret dicke
mnen staeten muot."

6.
"Ich bin ouch vil staete,
ob ir ruochent mir der wrheit jehen."
"volgent mner raete,
lnt die bete, diu niemer mac beschehen."
"Sol ich als sn gewert?"
"got der wer iuch andersw,
des ir an mich d gert."


7.
"Sol mich dan mn singen
und mn dienst gegen iu niht vervn?"
"iu sol wol gelingen,
ne ln s sult ir niht bestn."
"Wie meinent ir daz, vrowe guot?"
"daz ir dest werdet sint
unde d b hchgemuot."
 

1.
Ich fand sie ohne Aufsicht,
die Se, ganz allein.
Ja wirklich, da sagte die Liebe:
"Was fhrt Euch so allein hierher?"
"Herrin, es ist halt so gekommen."
"Sagt, warum seid Ihr hier?
Gesteht es mir."

2.
"Meinen Liebeskummer
will ich klagen, meine liebe Herrin."
"Weh, was sagt Ihr da, Ihr Narr?
Ihr solltet Euer Klagen besser lassen."
"Herrin, ich kann es aber nicht."
"Dann will ich Euch auch in tausend
Jahren nicht erhren."


3.

"Nein doch, Knigin!
Dass mein Dienst so vergeblich sein soll!"
"Ihr habt den Verstand verloren,
dass Ihr mich so erzrnt."
"Herrin, wenn Ihr mich nicht mgt,
das ist mein Tod." "Wer hat Euch, liebster
Mann, in diese Bedrngnis gebracht?"


4.
"Eure Schnheit, allerliebste Frau."
"Eure Schmeicheleien sollten mich wohl in
meiner Tugend erschttern."
"Herrin, das verhte Gott!"
"Wenn ich Euch erhrte,
httet Ihr die Ehre,
ich aber die Schande."

5.
"So lasst es mir trotzdem zugute kommen,
dass ich Euch stets von Herzen ergeben war."
"Es wird Euch eher Verdruss bringen,
dass Ihr mich mit so ausgesuchten Worten
bekriegt." "Findet Ihr meine Rede nicht gut?"
"Sie hat mich ja in meiner Standhaftigkeit
oft bedrngt."


6.
"Auch ich bin sehr treu, wenn Ihr mir die Wahrheit gndigst  zugesteht."
"Wenn Ihr meinem Rat folgen wollt, dann lasst
diese Bitte, die niemals erfllt werden kann."
"Soll das etwa mein Lohn sein?"
"Gott gewhre Euch anderswo,
was Ihr von mir begehrt."

7.
"Soll mir denn mein Singen
und mein Dienst bei Euch nichts ntzen?"
"Es wird Euch schon etwas einbringen,
ohne Lohn werdet Ihr nicht bleiben."
"Wie meint Ihr das, liebe Herrin?"
"Dass Ihr um so mehr an Wert gewinnt
und dabei frohgestimmt seid."

 

1.
Wie sich minne hebt, daz weiz ich wol;
wie si ende nimt des weiz ich niht.
ist daz ich es inne werden sol,
wie dem herzen herzeliep geschiht,
s bewar mich vor dem scheiden got,
daz waen bitter ist.
disen kumber vrhte ich ne spot.

2.
Sw zwei herzeliep gevriundent sich,
und ir beider minne ein triuwe wirt,
die sol niemen scheiden, dunket mich,
al die wle unz s der tt verbirt.
waer diu rede mn, ich taete als:
verliure ich mnen friunt,
seht, s wurde ich niemer mre vr.

3.
D gehoeret manic stunde zuo,
daz sich gesamne ir zweier muot.
d daz ende unsanfte tuo,
ich waene wol, daz s niht guot.
Lange s ez mir unbekant.
und werde ich iemen liep,
der s sner triuwe an mir gemant.

4.
"Der ich diene und iemer dienen wil,
diu sol mne rede vil wol verstn.
spraeche ich mre, des wurde alze vil.
ich wil ez allez an ir gete ln.
Ir genden der bedarf ich wol.
und wil si, ich bin vr;
und wil si, so ist mn herze leides vol."

 
1.
Wie Liebe beginnt, dass wei ich gut,
aber wie sie aufhrt, wei ich nicht.
Sollte ich es erfahren,
wie dem Herzen wahre Liebe zuteil wird,
dann bewahre Gott mich vor der Trennung,
die sicher bitter ist.
Diesen Schmerz frchte ich ernstlich.

2.
Wo immer zwei sich befreunden, die einander
herzlich lieben, und wo ihrer beider Liebe zu
einer Treue wird, soll sie niemand, meine ich,
trennen, solange sie der Tod verschont.
Wenn ich in solch einer Lage wre,
handelte ich so: Wenn ich den Freund verlre,
glaubt mir, ich wrde nie mehr froh.


3.
Es braucht so manche Zeit,
bis ihr beider Sinn sich einig wird.
Da das Ende schmerzlich sein soll,
glaube ich wohl, dass es nicht gut ist.
Lange bleibe es mir unbekannt!
Und wenn mich jemand lieb gewinnt,
den mahne ich, mir treu zu sein.


4.
"Die, der ich diene und immer dienen will,
soll meine Worte richtig verstehen.
Sagte ich mehr, dann wre es schon zuviel.
Ich will alles ihrem lieben Wesen berlassen.
Auf ihr Entgegenkommen bin ich angewiesen.
Und wenn sie will, dann bin ich froh,
und wenn sie will, dann ist mein Herz voller Leid."

 


Dietmar von Aist
 

1.
"Seneder vriundinne bote,
nu sage dem schoenen wbe,
daz mir ne mze tuot w,
daz ich s s lange mde.
lieber hette ich ir minne
danne al der vogelline singen.
n muoz ich von ir gescheiden sn,
trric ist mir al daz herze mn."

2.
Nu sage dem ritter edele,
daz er sich wol behete,
und bite in, schne wesen gemeit
und lzen allez ungemete.
ich muoz ofte entgelten sn.
vil dicke erkumet daz herze mn.
an sehendes leides hn ich vil,
daz ich ime selbe gerne klagen wil.

3.
Ez getet nie wp s wol
an deheiner slahte dinge,
daz al die welt diuhte guot.
des bin ich wol worden inne.
swer sn liep dar umbe lt,
daz kumet von swaches herzen rt.
dem will ich den sumer und allez guot
widerteilen durch snen unstaeten muot.

 

1.
"Bote der sehnschtigen Freundin,
nun sage der schnen Frau,
dass es mir ber die Maen weh tut,
dass ich so lange fern bin von ihr.
Lieber wre mir ihre Liebe
als aller Vgelein Singen.
Nun muss ich getrennt von ihr sein,
traurig ist mir all mein Herz."

2.
Nun sage dem edlen Ritter,
dass er gut auf sich Acht gebe,
und bitte ihn, nach vornehmer Sitte
froh zu sein und allen Unmut zu lassen.
Seinetwegen muss ich oft Leid erdulden,
immer wieder wird mir im Herzen bange.
Groen Kummer habe ich vor Augen,
den ich ihm gern selbst klagen will.

3.
Niemals war eine Frau
in allem so vollkommen,
dass es allen Leuten recht erschien.
Das ist mir ganz klar geworden.
Wer deshalb seinen Geliebten verlsst,
gibt einem kleinmtigen Herzen nach.
Dem will ich den Sommer und alles Gute
absprechen wegen seiner Unbestndigkeit.

 

S wol dir, sumerwunne!
daz vogelsanc ist geswunden,
alse ist der linden ir loup.
jrlanc trebent mir ouch
mniu wol stnden ougen.
mn trt, du solt dich gelouben
anderre wbe.
wan helt, die solt du mden.
d mich rst saehe,
d dhte ich dich ze wre
s rehte minneclch getn.
des man ich dich, lieber man.

 

Gepriesen seist du, Sommerwonne!
Der Vgel Gesang ist verschwunden
und der Linde Laub.
Jetzt trben sich mir auch
meine schnen Augen.
Mein Liebster, du sollst auf andere Frauen verzichten. Denn von ihnen, Held, sollst du dich fernhalten.
Als du mich zuerst sahst,
da erschien ich dir wirklich
so richtig liebenswert.
Daran erinnere ich dich, lieber Mann.

 

1.
"Nu ist ez an ein ende komen,
dar nch ie mn herze ranc,
daz mich ein edeliu vrowe
ht genomen i ir getwanc.
der bin ich worden undertn
als daz schif dem stiurman,
swanne der wc sn nde
als gar gelzen ht.
- s hh w! -
si benimet mir mange wilde tt."

2.
"J hoere ich vil der tugende
sagen von eime ritter guot.
der ist mir ne mze komen
in mnen staeten muot.
daz sn ze keiner zt mt lp
mac vergezzen", redte ein wp,
"nu muoz ich al der welte haben
dur snen willen rt.
- s hh w! -
wol ime, wie schne
er daz gedienet ht!"

3.
"Wie mhte mir mn herze
werden iemer rehte vruot,
daz mir ein edeliu vrouwe
als vil ze leide tuot!
der ich vil gedienet hn,
als ir wille was getn.
n will s gedenken niht
der mangen sorgen mn.
- s hh w! -
sol ich ir lange vrmde sn?"

 

1.
Nun ist es dahin gekommen,
wonach mein Herz sich immer sehnte,
dass eine edle Dame mich in ihren
Dienst genommen hat.
Der bin ich ergeben
wie das Schiff dem Steuermann,
wenn das Meer seine Wogen
so vollkommen ruhen lsst.
- so hoch, ach! -
Sie nimmt mir manche Ungebrdigkeit."

2.
"Ich hre wirklich viel Gutes ber
einen edlen Ritter,
an den ich in bermiger
Treue denke, so dass
ich ihn zu keiner Zeit
vergessen kann", sagte eine Frau.
"Nun muss ich ihm zuliebe
alles andere aufgeben.
- so hoch, ach! -
Wohl ihm, wie sehr er
sich das verdient hat!"


3.
"Wie knnte mir das Herz
jemals recht froh werden,
da mir eine edle Dame
so viel zuleide tut,
der ich lange gedient habe,
so wie sie es wnschte.
Nun will sie von meinem
vielen Kummer nichts wissen.
- so hoch, ach! -
Werde ich ihr noch lange gleichgltig bleiben?"

 

Ez stuont ein vrouwe aleine
und warte ber heide
unde warte ir liebes,
s gesach si valken vliegen.
"s wol dir, valke, daz du bist!
du vliugest, swar dir liep ist,
du erkiusest dir in dem walde
einen boum, der dir gevalle.
als hn ouch ich getn:
ich erks mir selbe einen man,
den erwelten mniu ougen.
daz ndent schoene vrouwen.
ow, wan lnt si mir mn liep?
joch engerte ich ir dekeines trtes niet!"

 
Es stand eine Frau allein
und blickte aus ber die Ebene
und blickte aus nach ihrem Liebsten.
Da sah sie einen Falken fliegen.
"Dein Leben, Falke, sei gepriesen!
Du fliegst, wohin du magst, und whlst dir in dem Wald einen Baum, der dir gefllt.
Das habe auch ich getan:
Ich suchte mir selbst den Mann aus,
den erwhlten meine Augen.
Das missgnnen mir schne Frauen.
Ach, warum lassen sie mir meinen Liebsten nicht? Ich begehrte doch auch keinen ihrer Freunde!"

 


Hartmann von Aue
 

1.
Ob man mit lgen die sle nert,
s weiz ich den, der heilic ist,
der mir dicke meine swert.
mich berwant sn karger list,
Daz ich in zeime vriunde erks.
d wnde ich staete vnde.
mn selber sin mich d verls,
als ich der werlte knde:
sn lp ist alse valschels
sam daz mer der nde.

2.
War umbe suocht ich vrmden rt,
st mich mn selber herze trouc,
daz mich an den verleitet ht,
der mir noch nieman guoter touc?
Ez ist ein swacher mannes prs,
den er begt an wben.
sezer worte ist er s ws,
daz man si mhte schrben.
den volget ich unz f daz s:
der schade muoz mir belben.


3.
Begunde ich vhen alle man,
daz taete ich durch sn eines haz.
wie schuldic waeren s dar an?
j lnet meniger sner baz.
Diu ht sich durch ir schoenen sin
gesellet saeleclche,
diu lachet, swanne ich trric bin,
wir alten ungelche.
nch leide huop sich mn begin,
daz senfte got der r

 

1.
Wenn man mit Lgen der Seele Heil erlangt,
dann kenne ich einen, der heilig ist,
der mir oft falsche Eide schwrt.
Mit schlauer List berredete er mich,
dass ich ihn zum Freund erwhlte.
Da meinte ich, Treue zu finden.
Mein eigener Verstand strzte mich da ins Unglck, wie ich es nun der Welt offenbare.
Er ist ebenso ohne Falsch
wie das Meer ohne Wellen.

2.
Warum sollte ich bei anderen Rat suchen,
da mein eigenes Herz mich tuschte, das mich
zu dem Mann verfhrt hat, der weder fr
mich noch berhaupt fr eine treue Frau geeignet ist. Es ist fr alle Mnner eine Schande was er Frauen antut.
Er versteht sich so aufs Schmeicheln,
dass man seine Worte aufschreiben knnte.
Von denen lie ich mich aufs Glatteis fhren,
den Schaden habe ich zu tragen.


3.
Wenn ich nun anfinge, alle Mnner zu hassen,
so tte ich das aus Abscheu vor einem einzigen. Was knnten s i e dafr?
Mancher lohnt seiner Freundin ja besser.
Diejenige, die in vorbildlicher Klugheit
eine glckliche Beziehung eingegangen ist,
die lacht, whrend ich traurig bin,
so ungleich gehen unsere Tage dahin.
Mit Leid begann es fr mich,
Gott der Allmchtige mge es lindern.

 

1.
Swes vride hin ze den bluomen stt,
der muoz vil schiere trren gegen der
swaeren zt.
iedoch wirt eines wbes rt,
diu die langen naht b liebem manne lt.
Sus will ouch ich den winter lanc
mir krzen ne vogelsanc.
sol ich des enbern,
dst ne mnen danc.

2.
Die vriunde habent mir ein spil
geteilet vor, dst beidenthalben verlorn;
doch ich ir einez nehmen will.
ne guot wal, s waere ez baz verborn:
Si jehent, welle ich minne pflegen,
s meze ich mich ir bewegen.
doch s rtet mir der muot ze beiden wegen.


3.
Waer ez mner vriunde rt,
j herre, wes solt er mir danne wizzen
danc? st erz wol gedienet ht,
d von s dunket mich sn bten alze lanc.
Wand ich wgen will durch in
den lp, die re und al den sin,
s muoz mir gelingen, ob ich saelic bin.


4.
Er ist alles des wol wert,
- ob ich mn triuwe an im behalten will -
des ein man ze wbe gert.
dswr dekeiner ren ist im niht ze vil.
Er ist ein s bescheiden man
- ob ichs an im behalten kann -
minne ich in, d missegt mir niemer an.

 

1.
Wer seine Freude an den Blumen hat,
der wird gleich traurig werden, wenn die
dunkle Jahreszeit kommt.
Eine Frau findet jedoch Trost, wenn sie die
lange Nacht bei dem geliebten Manne liegt.
Auf diese Weise will auch ich mir den langen
Winter verkrzen ohne Vogelsang.
Wenn ich darauf verzichten soll,
dann ist es gegen meinen Willen.

2.
Meine Verwandten haben mich vor eine
Alternative gestellt, bei der es so oder so nur
etwas zu verlieren gibt, aber ich will mich
entscheiden. Da es keine gute Wahl gibt,
wre es besser unterblieben: Sie erklren,
wenn ich lieben wolle, dann msse ich auf sie
verzichten. Aber ich mchte beides behalten.


3.
Wenn ich mich an den Rat meiner Verwandten
hielte, ja, mein Gott! wofr htte er mir dann
zu danken?
Da er es wirklich verdient hat, wartet er mir
schon allzu lange.
Weil ich fr ihn das Leben, die Ehre und alle
Vernunft aufs Spiel setzen will, wird es mir,
wenn ich Glck habe, schon gelingen.


4.
Er ist all dessen wrdig
- wenn ich ihm die Treue wahren will -,
was ein Mann von einer Frau begehren kann.
Wirklich, er hat jede Auszeichnung verdient.
Er ist so vernnftig und klug - wenn ich ihm die Treue wahren kann -, dass es mir nicht fehlschlagen wird, wenn ich ihn liebe.

 

1.
Diz waeren wunneclche tage,
der s mit vriden mhte leben.
nu ht mir got ein swaere klage
ze dirre schoenen zt gegeben,
Der mir leider niemer wirdet buoz:
ich hn verlorn einen man,
daz ich vr wr wol sprechen muoz,
daz wp nie liebern vriunt gewan.
d ich sn pflac, d vrit er mich:
nu pflege sn got, der pfliget sn baz
danne ich.

2.
Min schade waer niemanne reht erkant,
ern diuhte in grzer klage wert.
an dem ich triuwe und re ie vant
und swes ein wp an manne gert,
Der ist alze gaehes mir benomen.
des mac mir unz an mnen tt
niemer niht ze staten komen,
ine meze lden sende nt.
der n iht liebers s beschehen,
diu lze ouch daz an ir gebaerden sehen.

3.
Got ht vil wol zuo zir getn,
st liep s leidez ende gt,
diu sich ir beider ht erln:
der gt mit vriden hin diu zt.
Ich hn klage s manigen liehten tac,
und ir gemete stt als,
daz s mir niht gelouben mac.
ich bin von liebe worden vrt:
sol ich der jre werden alt,
daz giltet sich mit leide tsentvalt.

 
1.
Dies wren herrliche Tage, wenn man sie
froh und unbeschwert erleben knnte.
Aber Gott hat mir in dieser schnen Zeit
ein schweres Los auferlegt, von dem ich
zu meinem Kummer niemals mehr erlst werde.
Ich habe einen Mann verloren, von dem ich
wahrhaftig sagen muss, das niemals eine Frau
einen lieberen Freund fr sich gewann.
Solange ich fr ihn sorgte, war er meine Freude; nun sorge Gott fr ihn,
der fr ihn besser sorgt als ich.

2.
Meinen Verlust htte niemand recht ermessen, wenn er ihm nicht groer Klage wert erschiene. An dem ich stets Treue und Ehre fand und alles, was eine Frau an einem Mann sich wnscht, der ist mir allzu jh entrissen. Deshalb wird mich bis zu meinem Tod niemals etwas davor bewahren knnen,
Kummer und Sehnsucht zu leiden.
Wenn eine Frau nun gerade glcklicher ist,
soll sie es auch in ihrem Gebaren zeigen.


3.
Gott erweist der Frau groe Gnade
- weil die Liebe so schmerzlich endet -,
die auf beides verzichtet hat: Ihr geht die Zeit mit Freuden hin. Ich habe so manchen schnen Tag lang Kummer,
whrend sie so froh ist,
dass sie an meiner Aufrichtigkeit zweifelt.
Ich bin durch die Liebe glcklich gewesen;
wenn ich alt werden sollte, wird das tausendfach mit Leid vergolten werden.

 


Meinloh von Sevelingen
 

Ich hn vernomen ein maere,
mn muot sol aber hhe stn:
wan er ist komen ze lande,
von dem mn trren sol zergn.
mns herzen leide
s ein urloup gegeben.
mich heizent sne tugende,
daz ich vil staeter minne pflege
Ich gelege mir in wol nhe,
den selben kindeschen man.
s wol mich snes komens:
wie wol er vrowen dienen kan.

 

Ich habe eine Nachricht erhalten,
ich werde wieder froh sein!
Denn er ist ins Land gekommen,
durch den mein Leid vergehen wird.
So gebe ich meinem Herzenskummer Abschied. Seine Vortrefflichkeit sagt mir,
dass ich ganz treu lieben werde.
Ganz nahe lege ich ihn zu mir,
diesen jungen Mann.
Wie freue ich mich, dass er kommt!
Und wie wunderbar er hfischen Frauen dienen kann!

 

Mir erwelten mniu ougen
einen kndeschen man.
daz ndent ander vrowen;
ich hn in anders niht getn,
wan ob ich hn gedienet,
daz ich diu lebeste bin.
dar an wil ich kren
mn herze und al den sin.
Swelhiu snen willen
hie bevor ht getn,
verls si in von schulden,
der wil ich n niht wzen,
sihe ich si unvroelchen stn.

 

Meine Augen erwhlten mir
einen jungen Mann.
Darauf sind andere
Frauen eiferschtig. Nichts anderes
habe ich ihnen getan,
als dass ich erlangt habe,
ihm die Liebste zu sein;
darauf will ich mein Herz
und allen Sinn richten.
Der Frau, die ihm zuvor zu Willen war -
wenn sie ihn nicht ohne Grund verlor -,
der will ich es nun nicht vorwerfen,
wenn ich sie traurig dastehen sehe.

 

S w den merkaeren!
die habent mn bele gedht,
si habent mich ne schulde
in eine grze rede brht.
si waenent mir in leiden,
s s s rnent under in.
nu wizzen alle gelche,
daz ich sn vrundn bin.
ne nhe b gelegen,
des hn ich weiz got niht getn.
staechen si z ir ougen!
mir rtent mne sinne
an deheinen andern man.

 
Verwnscht seien die Aufpasser!
Sie haben mir bel mitgespielt.
Sie haben mich ohne Grund
sehr ins Gerede gebracht.
Sie meinen, sie knnten ihn mir verleiden,
wenn sie so untereinander tuscheln.
Sollen sie doch alle wissen,
dass ich seine Freundin bin!
Ohne mit ihm zu schlafen,
das habe ich wei Gott nicht getan.
Die Augen soll man ihnen ausstechen!
Mir raten Herz und Verstand
zu keinem anderen Mann.

 


Walther von der Vogelweide
 

1.
"Under der linden
an der heide,
d unser zweier bette was,
d mugent ir vinden
schne beide
gebrochen bluomen unde gras.
vor dem walde in einem tal,
tandaradei,
schne sanc diu nahtegal.

2.
Ich kam gegangen
zuo der ouwe,
d was mn friedel komen .
d wart ich enpfangen,
- hre frouwe! -
daz ich bin slic iemer m.
er kuste mich wol tsent stunt,
tandaradei,
seht wie rt mir ist der munt.


3.
D ht er gemachet
als rche
von bluomen eine bette stat.
des wirt noch gelachet
inneclche,
kumt iemen an daz selbe pfat.
b den rsen er wol mac,
tandaradei,
merken w mirz houbet lac.

4.
Daz er b mir lge,
wessez iemen,
(n enwelle got!) s schamt ich mich.
wes er mit mir pflge,
niemer niemen
bevinde daz wan er und ich
und ein kleinez vogelln,
tandaradei,
daz mac wol getriuwe sn."

 

1.
"Unter der Linde
auf der Heide,
wo unser beider Bett war,
da knnt Ihr finden
sorgfltig beides
niedergedrckt: Blumen und Gras.
Vor dem Wald in einem Tal,
tandaradei
sang schn die Nachtigall.

2.
Ich kam gegangen
zu der Aue,
dahin war mein Freund schon gekommen.
Dort wurde ich empfangen
- Heilige (Jung-)Frau! -
so dass ich immerzu glcklich bin
Er ksste mich wohl tausendmal,
tandaradei!
seht wie rot mein Mund ist.


3.
Dann hat er gemacht
so prchtig
aus Blumen ein Lager.
Darber wird noch gelacht,
inniglich,
wenn jemand eben dieses Weges kommt.
An den Rosen kann er wohl,
tandaradei
erkennen wo mein Haupt lag.


4.
Dass er bei mir lag -
wsste es jemand -
(das nun wollte Gott nicht!) dann schmte
ich mich.
Was er mit mir machte -
niemals mge jemand das erfahren, nur er
und ich und ein kleines Vglein,
tandaradei,
das wird wohl verschwiegen sein."

 

1.
Frouwe, lnt iuch niht verdriezen
mner rede, ob si gefege s.
mht ichs wider iuch geniezen,
s wr ich den besten gerne b.
wizzent daz ir schne st,
hnt ir, als ich mich verwne,
gete b der wolgetne,
waz danne an iuch einer ren lt.

2.
"Ich wil iuch ze redenne gunnen,
sprechent swaz ir went, ob ich niht tobe.
daz hnt ir mir an gewunnen
mit dem iuwern minneclchen lobe.
ichn weiz ob ich schne bin,
gerne hete ich wbes gete,
lrent mich wie ich die behete,
schner lp der touc niht ne sin."


3.
Frouwe, daz wil ich iuch lren,
wie ein wb der werlte leben sol.
guote liute solt ir ren,
minneclch ansehen und grezen wol.
eime solt ir iuwern lp
geben fr eigen umb den snen,
frouwe, woltent ir den mnen,
den gebe ich umb ein s schne wp.


4.
"Beide an schouwen und an grezen,
sw ich mich dar an versmet hn,
daz wil ich vil gerne bezen,
ir ht hovelch an mir getn.
tuont durch mnen willen m,
st niht wan mn redegeselle,
ichn weiz nieman dem ich welle
nehmen den lp, ez tte ime lhte w."


5.
Frouwe, lnt mich ez als wgen,
ich bin dicke komen z grzer nt.
und lnt ez iuch niht betrgen,
stirbe aber ich, s bin ich sanfte tt.
"hrre, ich wil noch langer leben,
lhte ist iuch der lp unmre,
waz bedorfte ich solher swre,
solt ich mnen lp umb iuwern geben."

 

1.
Herrin, lasst Euch nicht verrgern
durch meine Rede, wenn sie schicklich ist.
Knnte sie mir Euch gegenber von Nutzen sein, dann wre ich gerne bei den Besten.
Wisst, dass Ihr schn seid,
habt Ihr, wie ich vermute,
Gte bei der Wohlgestalt -
wie viel an Ehren dann allein bei Euch liegt!

2.
"Ich will Euch zu reden vergnnen,
sprecht aus, was Ihr wollt, ich bin nicht unverstndig. Das habt Ihr mir abgewonnen mit Eurem liebenswrdigen Lob.
Ich wei nicht, ob ich schn bin, gerne bese ich die Gte einer Frau, lehrt mich, wie ich die bewahre - Schnheit, die taugt nichts ohne edle Gesinnung."


3.
Herrin, ich will Euch das lehren,
wie eine Frau in der Welt leben soll:
Gute Menschen sollt Ihr achten,
freundlich anblicken und huldvoll gren.
Einem sollt Ihr Euer Leben
zu eigen geben fr das seine.
Herrin, wolltet Ihr das meine -
das gbe ich hin fr eine so schne Frau.


4.
"Beides, Anschauen und Gren -
wo immer ich mich dabei falsch verhalten haben, - das will ich sehr gerne gut machen.
Ihr habt hfisch mir gegenber gehandelt.
Handelt um meinetwillen weiter so: Seid nichts anderes als mein Gesprchspartner.
Ich kenne niemand, dem ich wollte das
Leben nehmen - es tte ihm gewisslich weh."


5.
Herrin, lasst es mich also wagen,
ich bin oft groer Not entkommen.
Und lasst es Euch nicht leid tun: sterbe ich,
so bin ich auf sanfte Weise tot.
"Herr, ich will noch lnger leben! Vielleicht ist
Euch das Leben gleichgltig - wozu aber
brauchte ich solche Beschwernis, dass ich mein Leben fr das Eure geben sollte."

 

1.
Ein man verbiutet ne pfliht
ein spil, des im nieman wol gevolgen mac.
Er gihet, swenne ein wp ersiht
sn ouge, daz si s sn sterlcher tac.
Wie waere uns andern
liuten s geschehen
solten wir im alle snes willen jehen?
ich bin der imez versprechen muoz:
bezzer waere mner frouwen senfter gruoz.
deist mates buoz.

2.
"Ich bin ein wp d her gewesen s staete
an ren und ouch als wol gemuot: Ich trwe ouch noch vil wol genesen, daz mir mit solhem stelne nieman schaden tuot.
Swer kssen hie ze mir gewinnen wil,
der werbe ez mit fuoge und ander spil.
ist daz ez im wirt ies, er muoz sn iemer
sn mn diep, und habe imz d und andersw."

 

1.
Ein Mann reizt gegen die Regeln so hoch in
einem Spiel, dass ihm niemand mehr folgen kann. Er sagt, wenn sein Auge jene Dame sieht, dass sie seine sterliche Auferstehung sei. Wohin kmen wir anderen Leute, wenn wir alle ihm hier zustimmen wrden? Ich bin derjenige, der ihm widersprechen muss: Besser wre es, meiner Dame, und zwar zurckhaltend, zu huldigen. Das ist der Gegenzug zum >Matt<!

2.
"Ich bin bisher eine Frau von untadeligem Ruf
und entsprechendem Sinn gewesen: Ich getraue mir, mich auch knftig dessen zu erwehren, dass mir jemand mit einem solchen Diebstahl Schaden zufgt. Wer immer einen Kuss von mir gewinnen will, der soll darum mit Anstand und einem anderen Spiel werben.
Verschafft er sich diesen auf der Stelle, so sehe ich ihn fr immer als Dieb an mir an und behandle ihn dementsprechend, hier und auch anderswo."

 

1.
Gende frouwe, tuo als bescheidenlche,
l mich dir einer iemer leben,
ob aber ich daz
breche, daz ich furder strche.wan einez solt
d mir vergeben, daz maht d mir ze kurzer
wle erlouben gerne die wle, unz ich dn
beiten sol: ich nennez niht,
ich meine jenz,
d weist ez wol. ich sage dir, wes ich angst
hn: dfhrt ich daz ich ez wider lerne.

2.
"Gewunne ich iemer lieb,
daz will ich haben eine.
mn friunt der minnet andriu wp.
an allen guoten dingen hn ich wol gemeine,
wan d man teilet friundes lp.
s ich in underwlent gerne b mir she,
sist er von mir andersw.
st aber er d gerne s,
s s, ouch d! ez tuot s manigem
wbe w, daz mir d von niht wol geschhe"

3.
Si slic, wp,
si zrnet wider mich ze sre,
daz ich friunde an manige stat.
si gehiez mich nie
geleben nch ir lre,
swie jmerlch ich si minne vor in allen?
si swget iemer als ich klage.
wil si daz ich andern wben widersage,
s lze ir mnerede n
ein wnic baz danne gevallen.


4.
"Ich will dir jehen daz d mn dicke sre bte, und nam ich des vil kleine war.
d wisse ich wol,
daz d allenthalben als tte,
d von wart ich dir s frmde gar.
der mn ze friunde ger,
will er mich n gewinnen, der lze alle
solhe unsttekeit.
gemeine lieb, daz dunket
mich gemeinez leit. n sage, weist d anders
iht? d von getar ich dich niht geminnen."

 

1.
Gnade, Herrin, handle so einsichtig, lasse zu, dass ich Dir allein stets lebe, wenn ich jedoch dagegen verstoe, dass ich mich fortan zurckziehe. Nur eines solltest Du mir nachsehen, das kannst Du mir zur Kurzweil gerne erlauben, solange wie ich Deiner harren
muss: Ich nenne es nicht, ich meine das eine, Du kennst es wohl. Ich gestehe Dir, wovor ich Angst habe Ich frchte, dass ich es dabei wieder lieb gewinne.

2.
"Gewnne ich jemals einen Geliebten, den mchte ich fr mich allein haben. Mein Freund, der liebt andere Frauen. Bei allen guten Dingen ist mir Gemeinschaft
willkommen, auer dort, wo man einen Geliebten teilt. Wenn ich ihn bisweilen gerne bei mir she, so ist er fern von mir anderswo. Da er aber dort gerne ist, so mge er eben dort sein! Es tut das so mancher Frau
weh, dass auch mir deshalb nicht wohl wre."


3.
Die begnadete Frau, sie zrnt mit mir zu sehr, weil ich manchen Orts Freundschaft pflege. Sie erlaubte mir nie, nach ihren Vorstellungen zu leben, wie flehentlich ich sie auch darum gebeten habe. Was hilft es mir, dass ich sie
vor ihnen allen liebe, sie schweigt immer, wenn ich klage. Will sie also, dass ich mich von anderen Frauen lossage, so mge sie sich nun meine Worte ein wenig besser als
seither gefallen lassen.


4.
"Ich will Dir zugestehen, dass Du mich oft sehr umworben hast und ich dies sehr wenig zur Kenntnis genommen habe. Damals wusste ich wohl, dass Du berall dasselbe getan hast, deshalb wurde ich Dir gegenber ganz abweisend. Wer mich zur Freundin begehrt,
will der mich jetzt gewinnen, der unterlasse alle solche Unbestndigkeit. Gemeinsame Liebe, die dnkt mich gemeinsames Leid.
Nun sage, weit Du es etwa anders? Deshalb wage ich nicht, Dich wirklich zu lieben."

 

1.
"Mir tuot einer slahte wille
sanfte und ist mir doch dar under w.
ich minne einen ritter stille,
dem enmag ich niht versagen m
des er mich gebeten ht.
tuon ichs niht, mich dunket
daz mn niemr werde rt.

2.
Dicke dunke ich mich s stte
mnes willen. s mir daz geschiht,
swie vil er mich denne bte,
al die wle, daz enhulfe niht.
ieze hn ich den gedanc:
waz hilfet daz?
der muot ist kme eines tages lanc.


3.
Wil er mich vermden mre,
s versuochet er mich alze vil.
ow, des vorhte ich vil ze sre,
daz ich meze volgen swes er wil.
gerne het ichz n getn,
wan daz ichz im muoz versagen
und wbes re sol begn.


4.
Ichn getar vor tsent sorgen,
die mich tougen in dem herzen mn
twingent abent unde morgen,
leider niht getuon den willen sn.
daz ichz iemer einen tac
sol fristen, daz ist ein klage,
diu mir b dem herzen lac.

5.
St daz im die besten jhen,
daz er als schne kunne leben,
s hn ich im mir vil nhen
eine stat in mme herzen geben,
d noch nieman in getrat.
si hnt daz spil verlorn:
er eine tuot in allen mat."

 
1.
"Mir ist ein gewisses Verlangen
angenehm, und doch ist mir dabei wehe.
Ich liebe insgeheim einen Ritter,
dem kann ich nicht mehr versagen,
worum er mich gebeten hat.
Tue ich es nicht, dann, dnkt mir,
dass mir nie mehr geholfen werden kann.

2.
Oft halte ich mich fr so standhaft meinem
Verlangen gegenber. Wenn dies bei mir
zutrifft, wie sehr er mich dann bte,
whrend dieser Zeit ntzte es dann nichts.
Gleich darauf kommt mir der Gedanke:
was hilft das?
Diese Einstellung dauert kaum einen Tag lang.


3.
Wird er mich noch lnger meiden,
so fhrt er mich allzu sehr in Versuchung.
Ach, das frchte ich gar zu sehr, dass ich
dem Folge leisten msse, was immer er will.
Gerne htte ich es jetzt getan,
aber ich muss es ihm versagen
und weiterhin die Ehre der Frau hochhalten.


4.
Ich wage nicht aus tausend ngsten,
die mich insgeheim in meinem Herzen
abends und morgens bedrcken,
zu meinem Leid sein Verlangen zu erfllen.
Dass ich es auch nur einen Tag
aufschieben will, das ist eine Not,
die mir auf dem Herzen liegt.

5.
Da ihm die Besten zugestanden haben,
dass er wirklich hfisch zu leben verstehe,
so habe ich ihm tief innen
in meinem Herzen eine Sttte eingerumt,
wo noch niemand eingedrungen ist.
Sie haben das Spiel verloren:
Er allein setzt sie alle matt."

 


Gottfried von Neifen
 

1.
Rfe und anehanc
die heide hat betwungen,
daz ir liehter schn
nch jmer ist gestalt,
und der vogel sanc,
die wol mit friden sungen,
die sint n geswn.
dar zuo klag ich den walt:
der ist unbekleit.
dannoch kan si fegen
mir herter herzeleit
diu wazzer in kregen
von dem brunnen treit.
nch der stt mn gedanc.

2.
Ich brach ir den kruoc,
d sie gienc von dem brunnen.
ich wart fridenrch
d ich die lieben sach.
d si daz vertruoc,
was sorge mir zerunnen.
harte minnenclch
diu liebe d gesprach:
"ich hn erebeit,
dast von iuwern schulden.
mn frouwe tuot mir leit,
daz muoz ich allez dulden,
diu mich gestern fnfstunt
dur iuwern willen sluoc."

3.
"Nu tuo den willen mn,
s hilfe ich dir z noeten,
und var sant mir hinne;
s bist du ne zorn."
"des enmac niht sn,
lieze ich mich ertoeten.
mner frouwen minne
waer iemer m verlorn.
einen schillinc sol
si mir unde ein hemde,
daz weiz ich wol.
daz waer mir alles fremde.
s mir daz nu wirt,
s tuon i' iu helfe schn."

 

1.
Der Reif mit seinem Gefolge
hat die Heide bezwungen,
so dass ihr strahlender Glanz
nun traurig aussieht,
und der Sang der Vgel,
die so frhlich sangen,
die sind nun verstummt.
Auch ber den Wald klage ich,
der steht kahl.
Dennoch kann die,
die Wasser in Krgen
vom Brunnen holt,
mir greres Herzeleid zufgen.
Auf sie richtet sich mein Sinnen.

2.
Ich zerbrach ihr den Krug,
als sie vom Brunnen kam.
Freude erfllte mich,
als ich die Se sah.
Als sie dass geschehen lie,
war mein Kummer dahin.
Voller Liebreiz
sagte da die Se:
"Ich erdulde Qualen,
daran seid Ihr schuld.
Meine Herrin fgt mir Leid zu,
das ich alles ertragen muss,
sie schlug mich gestern fnfmal
Euretwegen."

3.
"Nun sei mir zu Willen,
dann helfe ich dir aus der Not,
und zieh mit mir fort,
dann hast du keinen rger mehr."
"Das kann nicht geschehen,
eher liee ich mich tten.
Meiner Herrin Gunst
wre fr immer verscherzt.
Einen Schilling schuldet
sie mir und ein Hemd,
das wei ich genau.
Das alles bliebe mir vorenthalten.
Wenn ich das jetzt bekomme,
dann will ich Euch gefllig sein."

 

1.
Sol ich disen sumer lanc
bekumbert sn mit kinden,
s waer ich vil lieber tt.
des ist mir mn fride kranc,
sol ich niht zer linden
reigen, ow dirre not!
wigen wagen, gjgen gagen,
wenne wil ez tagen?
minne minne, trte minne,
swc, ich wil dich wagen.

2.
Amme, nim daz kindeln,
daz ez niht enweine.
alse liep als ich dir s,
ringe mir die swaere mn.
du maht mich aleine
mner sorgen machen fr.
wigen wagen, gjgen gagen,
wenne wil ez tagen?
minne minne, trte minne,
swc, ich wil dich wagen.

 
1.
Wenn ich diesen Sommer lang
mit Kindern meine Last haben soll,
dann wre ich lieber tot.
Deshalb hab ich keine Freude;
wenn ich nicht bei der Linde
tanzen kann, ach, wie traurig!
Wigen wagen, gigen gagen,
wann wird es tagen?
Minne, Minne, liebe Minne,
schweig, ich will dich wiegen.

2.
Amme, nimm das Kleine,
damit es nicht weint.
Wenn ich dir lieb bin,
lindere meinen Kummer.
Du allein kannst mir
meine Sorgen nehmen.
Wigen wagen, gigen gagen,
wann wird es tagen?
Minne, Minne, liebe Minne,
schweig, ich will dich wiegen.

 


Neidhart von Reuental
 

1.
Ine gesach die heide
nie baz gestalt,
in liehter ougenweide
den grenen walt:
b den beiden kiese wir den meien.
ir mgde, ir sult iuch zweien,
gein dirre liehten sumerzt
in hhem muote reien.

2.
Lop von mangen zungen
der maie ht.
die bluomen sint entsprungen
an manger stat,
d man deheine kunde vinden,
geloubet stt diu linde:
d hebt sich, als ich hn vernomen,
ein tanz von hfschen kinden.


3.
Die sint sorgen ne
und vruden rich.
ir mgde wolgetne
und minneclch,
zieret iuch, daz iu die Beier danken,
die Swbe und die Vranken!
ir brset iuwer hemde wiz
mit sden wol zen lanken!


4.
"Gein wem solt ich mich zfen?"
s redete ein maget.
"die tumben sint entslfen;
ich bin verzaget.
vreude und re ist al der werlde unmaere.
die man sint wandelbaere;
deheiner wirbet umbe ein wp,
der er getiuwert waere."


5.
"Die rede solt behalten",
sprach ir gespil.
"mit vriden sul wir alten:
der man ist vil,
die noch gerne dienent guoten wben.
lt solhe rede belben!
ez wirbet einer umbe mich,
der trren kann vertrben."


6.
"Den solt mir zeigen,
wier mir behage.
der grtel s dn eigen,
den umbe ich trage!
sage mir snen namen, der dich minne
s tougenlcher sinne!
mir ist getroumet hnt von dir,
dn muot der st von hinne."


7.
"Den si alle nennent
von Riuwental
und snen sanc erkennent
wol ber al,
derst mir holt. mit guote ich im des lne:
durch snen willen schne
s will ich brsen mnen lp.
wol dan, man liutet nne!"

 

1.
Ich sah die Heide
niemals schner
und in so glnzender Pracht
den grnen Wald:
an beidem erkennen wir den Mai.
Ihr Mdchen, ihr sollt Paare bilden
und in dieser strahlenden Sommerzeit
frhlich den Reigen tanzen.

2.
In vielen Sprachen
wird der Mai gelobt.
Die Blumen sprieen
mancherorts,
wo man vorher keine finden konnte,
in neuem Laub steht die Linde:
Dort beginnt, wie ich hre,
ein Tanz von hfischen Mdchen.

3.
Die sind ohne Sorgen
und voller Freude.
Ihr hbschen
reizenden Mdchen,
schmckt euch, damit euch die Bayern danken
und die Schwaben und die Franken!
Schnrt eure weien Rcke
schn mit Seide an den Hften!


4.
"Fr wen sollte ich mich herausputzen?"
sagte ein Mdchen.
"Die dummen Mnner schlafen ja;
ich bin entmutigt.
Freude und Ehre sind allen Leuten gleichgltig.
Die Mnner sind nicht treu;
keiner wirbt um eine Frau,
durch die er seinen Wert erhhen wrde."

5.
"So darfst du nicht reden",
antwortete ihre Freundin.
"Mit Freude werden unsere Tage dahingehen:
Es gibt noch viele Mnner, die danach
streben, vortrefflichen Frauen zu dienen.
Hr auf mit solchen Reden!
Es wirbt einer um mich,
der Trbsinn vertreiben kann!"

6.
"Den zeige mir, damit ich sehe,
ob er mir gefllt.
Ich schenke dir den Grtel,
den ich trage:
Sage mir seinen Namen, der dich
so im Geheimen liebt!
Mir trumte heute Nacht von dir,
dass es dich von hier fortzieht."


7.
"Den alle Reuental nennen
und dessen Sang sie wohl
berall kennen,
der ist mir ergeben.
Mit Gutem lohne ich es ihm:
Ihm zuliebe will ich mich
schn schnren.
Auf denn, schon lutet es zu Mittag!"

 

1.
Ein altiu diu begunde springen
hhe alsam ein kitze enbor:
si wolde biuomen bringen.
"tohter, reich mir mn gewant:
ich muoz an eines knappen hant,
der ist von Riuwental genant.
taranuretun taranuriruntundeie."

2.
"Mother, ir hetet iuwer sinne!
erst ein knappe s gemuot,
er pfliget niht staeter minne."
"tohter, l mich ne nt!
ich weiz wol, waz er mir enbt.
nch sner minne bin ich tt.
taranuretun taranuriruntundeie."

3.
D sprachs ein alte in ir geile:
"trtgespil, wol dan mit mir!
ja ergt ez uns ze heile.
wir suln beid nch bluomen gn.
war umbe sollte ich hie bestn,
st ich s vil geverten hn?
taranuretun taranuriruntundeie."

 

1.
Eine Alte begann hohe Sprnge
wie ein junges Tier zu machen:
Sie wollte Blumen bringen.
"Tochter, reich mir mein Kleid,
ich muss an die Hand eines jungen Mannes,
der von Reuental heit.
Taranuretun taranuriruntundeie."

2.
"Mutter, bleib doch vernnftig!
Er ist ein junger Mann,
der nicht treu in der Liebe ist."
"Tochter, lass mich in Ruhe!
Ich wei wohl, was er mir sagen lie.
Nach seiner Liebe vergehe ich!
Taranuretun taranuriruntundeie."

3.
Da sagte die Alte in ihrem bermut:
"Liebe Freundin, komm mit mir!
Es wird gut fr uns sein.
Wir wollen beide Blumen pflcken gehn.
Warum sollte ich hier bleiben,
da ich so viele Freunde habe?
Taranuretun taranuriruntundeie."

 

1.
Vreude und wnne hebt sich aber wten.
ir gevrieschet st knc Karels zten
nie vogele schal,
die baz sungen ber al:
gar verborgen
sint aber alle ir sorgen.

2.
"Vr sint n diu vogeln geschreiet;
n belbe ich aber ungereiet",
sprach Wendelmuot,
"golzen, rsen unde huot
ht mn eide
verspart mir vor ze leide."

3.
"Nu sage mir, waz sint die dnen schulde?"
"in weiz, Richilt, sam mir gotes hulde,
wes ich enkalt,
wan daz ich ein vrheistalt
hn versprochen:
daz ist an mir gerochen.


4.
Der kom d her: d bat er mn ze wbe.
d zugen si mir daz rckel ab dem lbe.
j mese er mn
weizgot gar versmet sn,
er gebwer!
mich naeme es gar untwer.

5.
Swanne er wnte, deich d heime laege
unde im snes dingelnes phlaege,
wrf ich den bal
in des hant von Riuwental
an der strze:
der kumt mir wol ze mz

 

1.
Freude und Wonne erstehen wieder weithin;
seit den Zeiten Knig Karls hrtet Ihr nie
Gezwitscher von Vgeln,
die besser sangen um und um.
Ganz verschwunden
ist wieder all ihr Kummer.

2.
"Froh sind nun die Vgelchen bei ihrem Sang,
ich aber bin nicht beim Tanz",
sagte Wendelmut.
"Schuhe, Schleier und Hut
hat die Mutter
zu meinem Kummer vor mir verschlossen."

3.
"Nun sag mir, womit hast du das verschuldet?"
"Ich wei nicht, Richhild, so wahr mir Gott helfe, wofr ich bestraft wurde,
nur dass ich einen Kleinbauern
abgewiesen habe,
das lsst man mich ben.


4.
Der kam daher und wollte mich zur Frau.
Da zogen sie das Rckchen mir vom Leibe.
Er soll von mir
- wei Gott! gar nicht beachtet werden,
dieser Bauer!
Mir wrd's berhaupt nichts bedeuten.

5.
Wenn er meinte, ich lge daheim
und kmmerte mich um sein Dingelein,
wrde ich statt dessen den Ball
an der Strae
dem von Reuental in die Hand werfen.
Der ist mir gem."

 

1.
"Der meie der ist rche:
er feret sicherlche
den walt an sner hende.
der ist nu niuwes loubes vol:
der winter ht ein ende.

2.
Ich fru mich gegen der heide
ir liehten ougenweide,
diu uns beginnet nhen",
s sprach ein wolgetniu maget;
"die wil ich schne enpfhen.

3.
Muoter, lz ez n melde!
j wil ich komen ze velde
und wil den reien springen;
j ist es lanc, daz ich diu kint
niht niuwes hrte singen."

4.
"Nein, tohter, neine!
ich hn dich alterseine
gezogen an mnen brsten:
nu tuo ez durch den willen mn,
lz dich der man niht lsten."


5.
"Den ich iu wil nennen,
den muget ir wol erkennen.
ze dem s wil ich ghen.
er ist genant von Riuwental:
den wil ich umbevhen.

6.
Ez gruonet an den esten,
daz alles mhten bresten
die boume zuo den erden.
nu wizzet, liebiu muoter mn,
ich belge den knaben werden.

7.
Liebiu muoter hre,
nch mir s klaget er sre.
sol ich im des niht danken?
er giht, daz ich diu schoenste s
von Beiern unz in Vranken."

 
1.
Der Mai hat Macht und Reichtum,
er fhrt gewiss
den Wald in seinem Gefolge.
Der steht nun voll in neuem Laub.
Der Winter hat ein Ende.

2.
Ich freue mich auf die Wiese
und den strahlenden Anblick,
den sie uns bald bieten wird",
sagte ein hbsches Mdchen.
"Die will ich freundlich empfangen.

3.
Mutter, mach kein Aufheben davon,
ich will ins Freie
und den Reigen tanzen,
es ist schon lange her, dass ich
die Mdchen etwas Neues singen hrte."

4.
"Nein, Tochter, und nochmals nein!
Ich hab dich ganz allein
an meinem Busen aufgezogen.
Nun lass es um meinetwillen,

sei nicht hinter den Mnnern her."

5.
"Den ich Euch nennen will,
den msstet Ihr eigentlich kennen,
zu ihm will ich eilen.
Man nennt ihn >von Reuental<,
den will ich umarmen.

6.
Es grnt an den sten,
so dass die Bume fast
unter ihrer Last zu Boden sinken.
Wisst, meine liebe Mutter, dass ich
den vornehmen Junker erzrnen kann.

7.
Liebe, verehrte Mutter,
er vergeht doch vor Leid nach mir.
Soll ich ihm nicht dafr danken?
Er behauptet, ich sei die Schnste
von Bayern bis nach Franken."

 


Reinmar der Alte
 

1.
>Sage, daz ich dirs iemer lne:
hst du den vil lieben man gesehen?
Ist ez wr und lebet er schne, alse
siu sagent und ich dich hre jehen?<
"Frouwe, ich sach in, er ist fr. sn herze
stt, obe irz gebietent, iemer h."

2.
>Ich verbiute ime fride niemer. lze eht
eine rede, s tuot er wol, des bite ich
in hiut und iemer. Deme ist als,
daz manz versagen sol.< "Frouwe,
nu verredent iuch niht. er  sprichet: allez daz geschehen sol, daz geschiht."

3.
>Ht aber er gelopt, geselle, daz er
niemer m gesinge liet, ez ens, ob ich
ins biten welle?< "Frouwe, ez was sn muot, d ich von ime schiet. Ouch mugent
irz wol hn vernomen." >Ow, gebiute ichz n, daz mac ze schaden komen.<


4.
>Ist aber, daz ichz niene gebiute,
s verliuse ich mne slde an ime,
und verfluochent mich die liute,
daz ich al werlte ir fride nime.
Alrrst gt mir sorge zuo. Ow, nu enweiz ich, obe ichz lze oder ob ichz tuo<

5.
>Daz wir wp niht mugen gewinnen
friunt mit rede, siu enwellent dannoch m,
daz met mich, ich enwil niht minnen!
Stten wben tuot unstte w.
Wr ich, des ich niene bin,
unstte, liez er danne mich, s liez ich in.<

 

1.
>Sage, damit ich dir es immer vergelte: Hast du den viellieben Mann gesehen? Ist es wahr,
dass er auf hfische Weise lebt, wie sie sagen
und wie ich dich berichten hre?< "Herrin,
ich sah ihn, er ist frohgemut. Sein Herz ist,
wenn Ihr es gebietet, immer hochgestimmt."

2.
>Ich verbiete ihm Freude niemals. Meidet er nur ein Thema, dann handelt er richtig, darum bitte ich ihn heute und alle Zeit. Damit ist es so bewandt, dass man es versagen muss.< "Herrin, nun redet Euch nicht ins Unrecht. Er sagt: Alles, was geschehen soll, das geschieht."

3.
>Hat er aber gelobt, mein Freund, dass er niemals mehr ein Lied singe, es sei denn, dass ich ihn darum bitten wolle?< "Herrin, es war seine Absicht, als ich von ihm schied. Auch mgt ihr es wohl vernommen haben." >Ach, gebiete ich es nun, das kann Schaden bringen.<


4.
>Kommt es aber so weit, dass ich es nicht gebiete, dann verliere ich meinen guten Einfluss auf ihn, und mich verfluchen die Leute,
weil ich der ganzen Welt ihre Freude raube,
Zunchst einmal fllt mir Sorge zu! Ach, nun
wei ich nicht ob ich's lasse oder ob ich's tue:<


5.
>Dass wir Frauen nicht gewinnen knnen einen
Freund durch freundliche Worte, ohne dass sie mehr wollen, das bekmmert mich; ich will nicht minnen! Treuen Frauen tut Untreue weh.
Wre ich was ich keineswegs bin untreu:
Verliee er mich dann, so liee ich ihn ziehen.<

 

1.
"Lieber bote, nu wirbe als,
sihe in schiere und sage ime daz:
Vert er wol und ist er fr,
ich lebe iemer deste baz.
Sage ime durch den willen mn,
daz er iemer solhes iht getuo,
davon wir gescheiden sn.

2.
Des er gert, daz ist der tt
und verderbet manigen lp.
Bleich und eteswenne rt,
alse verwet ez diu wp.
Minne heizent ez die man,
unde mohte baz unminne sn.
w ime, ders alrrst began!

3.
daz du iemer ime verjehest,
daz ich ime holdez herze trage,
s sihe, daz du alrrst besehest,
und vernime, waz ich dir sage:
Mein er wol mit triuwen mich,
swaz ime danne mge ze fride komen,
daz mn re s, daz sprich!


4.
Spreche er, daz er welle her -
daz ichs iemer lne dir -,
s bite in, daz ers verber,
die rede, dier jungest sprach zuo mir,
daz ich in an gesehe.
Wes wil er da mit beswren mich,
daz niemer doch an mir geschehe?

5.
Frge er, wie ich mich gehabe,
gihe, daz ich mit friden lebe.
Sw du mugest, d leit in abe,
daz er mich der rede vergebe.
Ich bin im von Herzen holt
und she in gerner denne den liehten tac.
daz aber du verswgen solt!

6.
Daz ich als vil d von
gerede, daz ist mir leit,
wenne ich was vil ungewon
s getner arebeit,
als ich tougenlche trage.
Dune solt im niemer niht verjehen
alles, des ich dir gesage!"

 

1.
"Lieber Bote, nun mache es so,
suche ihn alsbald auf und sage ihm das:
Geht es ihm gut und ist er frohgemut,
dann befinde ich mich immer um so besser.
Sage ihm, dass er um meinetwillen
stets solches unterlassen mge,
wodurch wir getrennt wrden.

2.
Was er begehrt, das ist der Tod
und richtet manch einen zugrunde.
Bleich und bisweilen rot -
so lsst es die Frauen aussehen.
Minne nennen es die Mnner,
und knnte doch eher Un-Minne sein.
Weh dem, der zuerst damit anfing!

3.
Ehe du ihm jemals gestehst,
dass ich ihm von Herzen gut bin,
so sieh zu, dass du dich zuerst vorsiehst,
und vernimm, was ich dir sage: Gedenkt er
meiner wohl in Treue - was immer ihm dann zur Freude gereichen knnte
und was meine Ehre erlaubt, das sage!


4.
Sagt er, dass er herkommen wolle -
dass ich dir dies immer lohnen knnte!-,
dann bitte ihn, dass er sie unterlasse,
die Worte, die er neulich zu mir sagte,
bevor ich ihn empfange.
Weshalb will er mich mit dem beschweren,
was doch niemals bei mir geschehen wird?

5.
Fragt er, wie ich mich befinde,
sage, dass ich in Freuden lebe.
Wo immer du kannst, bringe ihn dazu,
dass er mich mit diesen Worten verschone.
Ich bin ihm von Herzen zugetan
und she ihn lieber als den hellen Tag.
Das aber sollst du verschweigen!

6.
Dass ich so viel davon
rede, das ist mir leid,
denn ich war nicht sehr gewohnt
an so geartete Mhsal,
wie ich sie heimlich ertrage.
Du sollst ihm niemals irgend etwas verraten
von all dem, was ich dir gesagt habe!"

 

1.
Dst ein nt, daz mich ein man
vor al der werlte twinget, swas er wil.
sol ich, des ich niht enkan,
beginnen, daz ist mir ein swaerez spil.
Ich ht ie vil staeten muot.
nu muoz ich leben als ein wp,
diu minnet und daz angestlchen tuot.

2.
Der mn huote, des waere zt, daz
ich iht getaete wider in. wolt er lzen
n den strt! wes gert er mre,
wan daz ich im holderbin Danne in
al der werlte ein wp? nu wil er
daz ist mir ein nt, - daz ich durch in
die re wge und ouch den lp.


3.
Des er mich nu niht erlt,
daz tuon ich unde tete sn gerne vil,
wand ez mir umb in s stt,
daz ich sn niht ze vriunde enbern wil.
Ein als schne redender man,
wie mhte ein wp dem iht versagen,
der ouch s tugentlche lebt, als er wol kan?


4.
Schne kann er im die stat
gevegen, daz er sprichet wider mich.
zeinen zten er mich bat,
daz ich snen dienest naeme; daz tet ich.
D wnde ich des, ich taete wol.
dne wiste ich niht, daz sich d huop ein
 swaere, diu lange an mnem lbe wesen sol.

5.
Mnes tdes wnde ich baz,
danne daz er gewaltic iemer wurde mn.
w, war umbe spriche ich daz?
j zrne ich ne nt; ez solte eht sn.
Dicke ht ich im versaget,
d tet er als ein saelic man,
der snen kumber alles f gende klaget.

 

1.
Es ist eine Qual, dass mich ein Mann
in aller ffentlichkeit zwingt, wozu er will.
Wenn ich etwas, was ich nicht kann,
beginnen soll, dann ist das schwer fr mich.
Ich bin immer sehr standhaft gewesen.
Nun aber muss ich leben wie eine Frau,
die liebt und dies in Angst tut.

2.
Es wre Zeit, dass jemand auf mich aufpasste,
bevor ich mich in irgendeiner Weise auf ihn einlasse. Wenn er jetzt doch aufhren wollte, mich zu bestrmen! Was will er mehr, als dass ich ihn mehr liebe als jede andere Frau in der ganzen Welt? Nun will erdas ist mein Kummer,-dass ich fr ihn meine Ehre und auch mein Leben wage.

3.
Was er mir nun nicht erlsst,
das tue und tte ich beraus gern,
denn, was ihn angeht, steht es um mich so,
dass ich auf ihn als Freund nicht verzichten will. Wie knnte eine Frau einem Mann auch
etwas versagen, der so wunderbar redet
und dazu so vorbildlich lebt, wie er nur kann?


4.
Er versteht es wunderbar, die Gelegenheit
abzupassen, um zu mir zu sprechen.
Einmal bat er mich,
seinen Dienst anzunehmen. Das tat ich.
Da meinte ich, richtig zu handeln.
Ich wusste nicht, dass damit der Kummer
begann, der mich noch lange bedrcken wird.

5.
Besser erschiene mir mein Tod,
als dass er jemals Macht ber mich gewnne.
Ach, warum sage ich das?
Ich zrne ohne Not; es sollte doch sein.
Oft hatte ich ihn abgewiesen, da verhielt er sich wie ein vorbildlicher Mann, der sein Leid ganz im Vertrauen auf Gnade beklagt.

 

1.
"War kan iuwer schoener lp?
wer hat iu, saelic vrouwe, den benomen?
ir wret ein wunneclchez wp, nu sint
ir gar von iuwer varwe komen. Dst mir
leit und met mich sre. swer des schuldic s, den velle got und nem im al sn re."

2.
>W von solt ich schoene sn
und hhes muotes als ein ander wp?
ich hn des willen mn
niht mre wan s vil, ob ich den lp
Mac beheten vor ir nde, die mich zihent
unde machent, daz ich einen ritter mde.

3.
Solhe nt und ander leit
ht mir der varwe ein michel teil benomen.
doch vruwet mich sn sicherheit,
daz er lobte, er wolte schiere komen.
Weste ich, ob ez als waere, s engehrte ich nie vor maniger wle mir ein lieber maere.


4.
Ich gelache in iemer an, kumt mir der tac,
daz in mn ouge ersiht. wand ichs niht verlzen kan vor liebe, daz mir als wol geschiht. Ě ich danne von im scheide, s mac ich sprechen "gn wir brechen bluomen f der heide."


5.
Sol mie disiu sumerzt
mit manigem liehten tage als zergn,
daz er mir niht nhen lt,
dur den ich alle ritter hn geln,
w danne schoenes wbes! sn kam ich
nie vor leide in groezer angest mnes lbes.

6.
Mne vriunde mir dicke sagent -
und liegent -, daz mn niemer werde rt.
wol in, daz si mich s klagent! wie nhen
in mn leit ze herzen gt! Swenne er
 mich getroestet eine, s gesiht man wol, daz ich vil selten iemer iht geweine.<

 

1.
"Wo ist Eure Schnheit geblieben? Wer hat Euch, liebe Herrin, die genommen? Ihr wart eine wunderschne Frau, nun habt Ihr all Euren Glanz verloren. Das ist mir leid und bekmmert mich sehr. Wer daran Schuld hat, den mge Gott vernichten und ihm all seine Ehre nehmen."

2.
>Wie knnte ich so schn
und froh sein wie andere Frauen?
Ich habe keinen Wunsch
mehr als den, mich vor der Missgunst
derer zu hten, die mich tadeln und
es bewirken, dass ich einem Ritter fernbleibe.

3.
Dieser Kummer und anderes Leid haben
mir viel von meiner Schnheit genommen.
Doch freut mich sein Versprechen, das er gab,
er wolle bald zurckkommen. Wenn ich wsste,
dass es so wre, dann htte ich
seit langer Zeit keine so liebe Nachricht gehrt.


4.
Ich werde ihm immer zulcheln, wenn der Tag
kommt, an dem ich ihn erblicke. Denn ich werde
es nicht lassen knnen aus Freude darber, dass ich ein solches Glck erlebe. Bevor ich mich dann von ihm trenne, kann es wohl sein, dass ich sage: "Gehen wir Blumen auf der Wiese pflcken!"


5.
Wenn mir dieser Sommer
mit manchem strahlenden Tag vergehen soll,
ohne dass er nahe bei mir liegt,
um dessentwillen ich alle Ritter aufgegeben habe,
dann wehe meiner Schnheit! Niemals hatte ich
vor Kummer grere Sorge um mein Aussehen.

6.
Meine Verwandten sagen mir oft -
aber sie lgen! dass es keinen Trost fr mich
gibt. Wohl ihnen, dass sie mich so bedauern!
Wie nah ans Herz ihnen mein Schmerz geht!
Wenn nur er allein mich trstet, dann wird man
schon sehen, dass ich niemals mehr weine."

 

1.
"Zuo niuwen vruden stt mn muot
vil schne", sprach ein schoenez wp.
"ein ritter mnen willen tuot;
der ht geliebet mir den lp.
Ich wil im iemer holder sn
denne keinem mge mn.
ich getuon ime wbes triuwe schn.

2.
Diu wle schne mir zergt,
swenne er an mme arme lt
und er mich zuo ime gevangen ht.
daz ist ein wunnenclche zt.
S ist mn trren gar zergn
und bin al die wochen wol getn.
ei, waz ich denne vruden hn!"

 

1.
"Neuen Freuden seh ich
froh entgegen", sagte eine schne Frau,
"ein Ritter tut meinen Willen,
der hat mich beglckt.
Ich will ihn immer mehr lieben
als irgendeinen meiner Verwandten. ich werde
ihm zeigen, was die Treue einer Frau bedeutet.

2.
Herrlich geht die Zeit fr mich dahin,
wenn er in meinem Arm liegt
und mich an sich drckt.
Das ist ein glcklicher Augenblick.
Dann ist mein Kummer vllig verflogen,
und ich bin die ganze Woche lang vergngt.
Oh, welche Freude ich dann habe!"

 

1.
Ungende und swaz ie danne sorge was,
der ist nu mre an mir, danne ez got
verhengen solde.rt ein wp,
diu von senender nt genas,
mn leit, und waer ez ir, waz si danne
sprechen wolde. Der mir ist von herzen holt,
den verspriche ich sre,
niht durch ungevegen haz,
wan durch mnes lbes re.

2.
Ich bin niht an disen tac sher bekomen,
mir ens gewesen b underwlent hchgemete. guotes mannes rede habe
ich vil vernomen; der werke bin ich vr,
s mich iemer got behete.
D ich im die rede verbt,
dne bat er niht mre.
disen lieben guoten man,

enweiz ich, wie ich von mir bekre.

3.
Als ich eteswenne in mme zorne sprach,
daz er die rede vermite
iemer dur sn selbes gete,
s ht er, daz ichz an manne nie gesach,
s jaemerlche ste,
daz ez mich zwre mete,
und iedoch s sre niet,
daz ers iht genieze.
mir ist lieber, daz er bite,
danne ob er sn sprechen lieze.

4.
Mir ist beide liep und herzeclchen leit,
daz er mich ie gesach
oder ich in s wol erkenne,
st daz er verliesen muoz sn arebeit,
s wol als er mir sprach.
daz met mich doch eteswenne,
und iedoch dar umbe niht,
daz ich welle minnen.
minne ist ein s swaerez spil,
daz ichz niemer tar beginnen.


5.
Alle, die ich vernam und hn gesehen,
der keiner sprach s wol
noch von wben nie s nhen.
waz wil ich des lobes? got lze im wol
geschehen. sn spaehe rede in sol
ltzel wider mich vervhen.
Ich muoz hoeren, swaz er saget.
w, waz scht daz ieman,
st er niht erwerben kan
weder mich noch anders nieman?

 

1.
Was es jemals an Unglck und Sorge gab,
davon habe ich nun mehr, als Gott zulassen sollte! Wenn eine Frau sich je in ihrem Liebesschmerz trstete, soll sie mir raten, was sie, htte sie meinen Kummer, jetzt sagen wrde.
Den, der mir von Herzen zugetan ist,
weise ich entschieden ab,
jedoch nicht aus malosem Hass,
sondern aus Rcksicht auf meine Ehre.

2.
Ich habe mein Leben bislang nicht so
verbracht, dass ich bisweilen nicht glcklich gewesen wre.
Die Worte eines lieben Mannes habe ich oft gehrt, eingelassen habe ich mich darauf nicht, so Gott mich stets behte.
Als ich ihm verbot zu reden, da bat er nicht weiter. Diesen lieben, guten Mann, ich wei
nicht, wie ich ihn von mir abwenden kann.


3.
Als ich damals in meinem Zorn sagte,
er solle dieses Thema fr immer,
bei seinem guten Wesen, meiden, da sah er,
wie ich es noch nie an einem Mann erlebt habe,
so klglich aus,
dass es mich wirklich bewegte,
aber so sehr nun wieder nicht,
dass er einen Nutzen davon hat.
Mir ist es lieber, dass er seine Bitte vortrgt,
als dass er gar nichts sagt.

4.
Mir ist es lieb und zugleich herzlich leid,
dass er mich je sah
und ich ihn so gut kenne,
weil seine Mhe vergeblich bleiben muss,
so wunderbar er auch zu mir sprach.
Das bekmmert mich doch manchmal,
aber nicht etwa deshalb,
weil ich ihn lieben wollte.
Liebe ist ein so schwieriges Spiel,
dass ich es niemals zu beginnen wage.


5.
Von allen, die ich je hrte und sah,
hat nicht einer so schn und bewegend ber Frauen gesprochen.
Was will ich Lob? Gott lasse es ihm wohl ergehen. Seine Redekunst soll
bei mir berhaupt nicht verfangen.
Ich muss hren, was er sagt.
Ach, was kann das jemand schaden,
da er weder mich
noch jemand anderen erobern kann?

 

1.
Siu jehent, der sumer der s hie,
diu wunne, diu s komen, und daz
ich mich wol gehabe als .
n rtent unde sprechent wie.
der tt ht mir benomen, daz ich
niemer berwinde m.
Waz bedarf ich wunneclcher zt, st aller
vriden hrre Liutpolt in der erde lt,
den ich nie tac getrren sach? ez ht diu
werlt an ime verlorn, daz ir an einem
manne nie s jmerlcher schade geschach.

2.
Mir armen wbe was ze wol,
swenne ich gedhte an in,
wie mn heil an sme lbe lac.
st ich des n niht haben sol,
s gt mit jmer hin, swaz ich
iemer n geleben mac.
Der spiegel mner vruden ist verlorn.
den ich z al der welte mir ze trste hte erkorn, des muoz ich ne sn. d mir man
mir seite, er waere tt, d wiel mir
daz bluot von deme herzen f die sle mn.

3.
Die vride mir verboten ht
mns lieben herren tt
als, daz ich ir mr enbern sol.
st des nu niht mac werden rt,
in ringe mit der nt, daz mir
mn klagedez herze ist jmers vol.
Diu in iemer weinet, daz bin ich;
wan er vil saelic man, j trste er wol ze lebenne mich, der ist nu hin; waz tohte ich hie? wis ime gnaedic, herre got! wan
tugenthafter gast kam in dn gesinde nie.

 
1.
Sie sagen, der Sommer, der sei da,
die Freude, die sei gekommen,
und ich solle froh sein wie frher.
Nun ratet und sagt mir nur wie?
Der Tod hat mir genommen,
was ich niemals verwinden werde.
Was ntzt mir der herrliche Sommer,
da der Inbegriff aller Freuden, Leopold,
in der Erde liegt, den ich niemals traurig sah?
Die Welt hat an ihm wie an noch keinem Mann
einen beklagenswerten Verlust erlitten.

2.
Mir armer Frau war zu wohl,
wenn ich an ihn dachte,
wie mein Glck an seinem Leben hing.
Dass ich das nun nicht mehr haben soll,
so geht in Leid dahin,
was ich nun noch zu leben haben mag.
Der Spiegel meiner Freuden ist verloren.
Den ich mir vor allen anderen zum Trost erwhlt
hatte, ohne ihn muss ich jetzt leben.
Als man mir sagte, er wre tot,
da wallte mir das Blut vom Herzen auf die Seele.

3.
Freude ist mir versagt
durch den Tod meines lieben Herren,
so dass ich fortan auf sie verzichten muss.
Da es nun nicht anders sein kann,
als dass ich mit dem Kummer qule,
und mein klagendes Herz voller Schmerz ist,
werde ich ihn immer beweinen,
denn der liebste Mann, der mir im Leben Trost
schenkte, ist nun dahin. Was ntze ich noch hier? Sei ihm gndig, Herrgott! denn niemals kam ein edlerer Gast in dein Gefolge.

 


Friedrich von Hausen
 

1.
"D ich von der guoten schiet
und ich ir niht ensprach,
als mir waere liep,
des lde ich ungemach.
Daz liez ich durch die valschen diet,
von der mir nie geschach
deheiner slahte liep,
wan der die helle brach,
der vege in ungemach."

2.
Sie waenent heten mn,
diu s doch niht bestt,
und tuon ir nden schn;
daz wnic s vervt.
Si mhten den Rn
bekren in den Pft,
ich mich iemer sn
getrste, swie ez ergt,
der mir gedienet ht.

 
1.
"Dass ich von der Lieben fortging
und nicht mit ihr redete,
wie es mir lieb gewesen wre,
das bedrckt mich.
Ich lie es wegen dieses falschen Volks,
das mir noch niemals
wohlgesonnen war.
Aber der, welcher die Hlle sprengte,
soll ihnen Schlimmes zufgen!"

2.
Sie glauben, dass sie auf mich aufpassen,
die sich ihnen doch nicht entgegenstellt,
und sie zeigen ihren Neid,
was ihnen wenig ntzt.
Sie knnten eher den Rhein
nach Italien umleiten,
als dass ich jemals auf ihn
verzichtete, was immer daraus werden mag,
der mir gedient hat.

 


Heinrich von Veldeke
 

1.
"Der bldeschaft sunder riuwe ht
mit ren hie, der ist rche.
daz herze, d diu riuwe inne stt,
daz lebet jmerlche.
Er ist edel unde vruot,
swer mit ren
kann gemren
sne bltschaft, daz ist guot."

2.
Diu schoene, diu mich singen tuot,
si sol mich sprechen lren,
dar abe, daz ich mnen muot
niht wol kan gekren.
S ist edel unde vruot,
swer mit ren
kan gemren
sne bldeschaft, daz ist guot."

 

1.
"Wer hier Freude ohne Leid
in Ehren hat, der ist reich.
Das Herz, in dem das Leid wohnt,
das lebt jammervoll.
Er ist edel und klug,
wer in Ehren
seine Freude
vermehren kann: das ist gut."

2.
Die Schne, die mich zum Singen bringt,
die soll mich sprechen lehren,
und zwar davon, dass ich meinen Sinn
nicht mehr gut ndern kann.
Sie ist edel und klug,
wer in Ehren
seine Freude
vermehren kann: das ist gut.

 

1.
"Ich bin vr, st uns die tage
liehtent unde werdent lanc",
s sprach ein vrowe al sunder clage
vrlch und n al getwanc.
"Des segg ich mnen glcke danc
daz ich ein sulhe herze trage,
daz ich dur heinen boesen tranc
an mner blschaft nie m verzage.

2.
Hie hete wlent zeiner stunde
vil gedienet och ein man,
s daz ich nu wol guotes gunde;
des ich ime nu niene gan,
St dat h den muot gewan,
dat h nu eischen begunde,
dat ich im baz entseggen kan,
danne h'z an mir gewerben kunde.

3.
Ez kam von tumbes herzen rte,
ez sal ze tumpheit och ergn.
ich warnite in alze spte,
daz h hete missetn.
Wie mohte ich dat vr guot entstn,
dat h mich dorpelche baete,
dat h muoste al umbevn?


4.
Ich wnde, dat h hovesch waere,
des was ime ich von herzen holt.
daz segg ich ch wol offenbaere:
des ist h gar ne schult.
Des trage ich mir ein guot gedolt
-mir ist schade vil unmaere-
h iesch an mir ze rchen solt,
des ich vil wol an ime enbaere.

5.
H iesch an mich te lse minnen,
d ne vant h an mir niht.
dat quam von snen kranken sinnen,
wan ez ime sn tumpheit riet.
Waz obe ime ein schade dar an gescht?
des bringe ich in vil wel inne,
dat h sn spil ze unreht ersiht:
daz herze brichet, r h't gewinne."

 
1.
"Ich bin froh, dass uns die Tage
hell und lang werden",
sagte eine Dame ganz unbeschwert
und frei von jeder Sorge.
"Dafr danke ich meinem Geschick,
dass mein Herz so beschaffen ist,
dass ich niemals mehr wegen irgendeines
Trankes um meine Freude bangen muss.

2.
Mir hatte frher einmal ein Mann
wirklich beharrlich gedient,
so dass ich ihm wohl Gutes wnschte.
Das wnsche ich ihm nun durchaus nicht mehr,
seit er die Khnheit hatte,
etwas von mir zu fordern,
dass ich ihm besser abzuschlagen verstehe,
als er es von mir zu erlangen wusste.

3.
Es kam durch den Rat eines trichten Herzens,
zur Torheit soll es auch ausschlagen.
Allzu spt kam meine Warnung,
dass er unrecht gehandelt habe.
Wie htte ich das als gut ansehen knnen,
dass er mich wie ein Bauer bestrmte,
er msste mich ganz in seine Arme nehmen?


4.
Ich meinte, dass er hfisch wre,
darum war ich ihm zugetan.
Das sage ich euch geradeheraus:
Er hat das berhaupt nicht verdient.
So bin ich voller Gelassenheit -der Schaden ist mir ganz gleichgltig-, weil er einen allzu hohen Lohn von mir forderte, worauf ich von ihm recht gut htte verzichten knnen.

5.
Er verlangte von mir allzu leichtfertig Liebe,
die fand er bei mir nicht.
Das kam, weil er von Sinnen war
und seiner Torheit nachgab.
Was, wenn ihm daraus Schaden entsteht?
Ich werde ihm ganz klar machen, dass er sein Spiel zu Unrecht zu berblicken glaubt:
sein Herz wird brechen, bevor er es gewinnt."

 


Heinrich von Morungen
 

1.
Ich bin keiser ne krne,
sunder lant: daz meinet mir der muot;
der gestuont mir nie s schne.
danc ir liebes, diu mir sanfte tuot.
Daz schaffet mir ein vrowe vruot.
dur die s wil ich staete sn,
wan in gesach nie wp s rehte guot.

2.
"Gerne sol ein rter ziehen
sich ze guoten wben. dst mn rt.
boesiu wp diu sol man vliehen.
er ist tump, swer sich an s verlt,
Wan sne gebent niht hohen muot.
iedoch s weiz ich einen man,
den ouch die selben vrowen dunkent guot.

3.
Mirst daz herze worden swaere.
seht, daz schaffet mir ein sende nt.
ich bin worden dem unmaere,
der mir dicke snen dienest bt.
Ow, war umbe tuot er daz?
und wil er sichs erlouben niht,
s muoz ich im von schulden sn gehaz."

 

1.
Ich bin Kaiser ohne Krone, ohne Land. Meine Stimmung aber ist es, die mir diese Lage
angenehm macht: Nie war sie so heiter. Dank sei ihr, die mich so gtig behandelt, fr die Freude! Das alles ist das Werk einer verstndlichen Dame. Ihretwegen will ich immerfort treu sein, denn noch nie habe ich eine Frau von so guter Gesinnung gesehen.

2.
"Gerne und bereitwillig soll ein Ritter die Gesellschaft guter Frauen suchen. Das rate ich. Schlechte Frauen soll man meiden.
Tricht ist, wer sich ihnen anvertraut, denn sie
vermitteln nicht edlen Sinn und das rechte Hochgefhl. Und dennoch kenne ich da einen Mann, der auch solche Frauen schtzt.

3.
Mir ist das Herz schwer geworden, seht, der Grund ist Verlangen und Liebesqual. Ich bin dem Mann fremd und gleichgltig geworden, der mir so lange gedient hat. O weh, warum tut er das?
Wird er das nicht lassen, dann muss ich ihm Feind sein mit gutem Grund."

 

1.
Ich hn s vr alliu wp
mir ze vrowen und ze liebe erkorn.
minneclch ist ir der lp.
seht, durch daz s hab ich des gesworn,
Daz mir in der welt niht
niemen solde lieber sn.
swenne aber s mn ouge an siht,
seht, s tagt ez in dem herzen mn.

2.
"Ow des scheidens, daz er tet
von mir, d er mich vil senende lie.
wol aber mich der lieben bet
und des weinens, daz er d begie,
D er mich trren lzen bat
und hiez mich in vriden sn.
von snen trehenen wart ich nat
und erkuolte iedoch daz herze mn."


3.
Der dur sne unsaelicheit
iemer arges iht von ir gesage,
dem meze allez wesen leit,
swaz er minne und daz im wol behage.
Ich vluoche in, unde schadet in niht,
dur die ich ir muoz vrmde sn.
als aber s mn ouge an siht,
s taget ez in dem herzen mn.


4.
"Ow, waz wzent si einem man,
der nie vrowen leit noch arc gesprach
und in aller ren gan?
durch daz met mich sn ungemach,
Daz si in s schne grezent wal
und zuo ime redende gnt
und in doch als einen bal
mit boesen worten umbe slnt."

 
1.
Ich schtze sie mehr als alle
Frauen und habe sie mir
zur Herrin und zur Freude erwhlt.
Lieblich ist sie von Gestalt. Seht,
darum habe ich geschworen, dass mir
niemand auf der Welt teurer sein sollte.
Sobald mein Auge sie wieder anschaut,
seht. dann wird es Tag in meinem Herzen.

2.
"Ach, es schmerzte der Abschied, den er
von mir nahm, als er mich in Liebesqual zurcklie; heilbringend dagegen war es fr mich, dass er so freundlich seine Bitte vorbrachte und dass ihn das Weinen berkam, als er mich bat, von der Trauer abzulassen, und mir eindringlich zuredete, frhlich zu sein. Seine Trnen benetzten mich, jedoch mein Herz erquickte sich."


3.
Wenn einer unselig wie er - Bses von ihr sagt, dann mge ihm alles vergllt werden,
was er liebt und was ihm so recht gefllt.
Ich verfluche diese Menschen,
um deretwillen ich sie meiden muss,
und doch schadet es ihnen nicht.
Sobald mein Auge sie wieder anschaut,
dann wird es Tag in meinem Herzen-


4.
"O weh, warum schmhen sie einen Mann,
der den Frauen niemals Krnkendes oder Bses
nachgesagt hat und ihnen jede Auszeichnung gnnt. Mich betrbt sein Missgeschick darum,
weil sie ihn so huldvoll gren,
zu ihm treten und sich mit ihm unterhalten
und ihn dennoch mit verleumderischen
Worten herumtreiben wie einen Ball."

 


Der von Krenberg
 

1.
Leit machet sorge, vil liebe wnne.
eines hbschen ritters gewan ich knde:
daz mir den benomen hnt
die merker und ir nt,des mohte mir
mn herze nie vr werden st.

2.
Swenne ich stn aleine in mnem hemede unde ich gedenke an dich, ritter edele, s erblet sich mn varwe, als der rse an dem dorne tuot, und gewinnet daz herze vil manigen trrigen muot.

3.
Ez ht mir an dem herzen vil dicke w getn, daz mich des geluste,
des ich niht mohte hn noch niemer mac gewinnen. daz ist schedelch.
jne mein ich golt noch silber: ez ist den liuten gelch.


4.
Es gt mir vonme herzen, daz ich geweine:
ich und mn geselle mezen uns scheiden. daz machent lgenaere. got der gebe in leit! der uns zwei versuonde, vil wol des waere ich gemeint.

 

1.
Leid bringt Sorge, groe Liebe aber Freude. Ich habe einen hfischen Ritter kennen gelernt:
Die Aufpasser und ihre Missgunst haben ihn mir weggenommen, und deswegen kann mein Herz nie mehr froh werden.

2.
Immer wenn ich in meinem Hemd einsam dastehe
und wenn ich an dich denke, edler Ritter, dann erblht die Farbe meiner Wangen so, wie es die Rose im Dornengebsch tut, und mein Herz wird sehr traurig.


3.
Es hat mir sehr oft im Herzen weh getan, dass mich danach verlangte, was ich nicht haben konnte und auch nie bekommen kann. Das bereitet Schmerzen! Jedoch meine ich damit nicht Gold oder Silber: es handelt sich vielmehr um einen Menschen!

4.
Es kommt mir aus dem Herzen, dass ich weinen muss: ich und mein Geliebter sollen uns trennen.
Das verursachen Lgner: Gott sende ihnen Leid!
Wer uns zwei vershnte, der macht mich sehr froh.

 

1.
Ich zch mir einen valken mre danne ein jr. D ich ihn gezamete, als ich in wollte hn und ich im sn gevidere mit golde wol bewant, er huop sich f vil hhe und vluoc in anderiu lant.

2.
St sah ich den valken schne vliegen,
Er vuorte an snem vuoze sdne riemen, und
was im sn gevidere alrt guldn. Got sende si zesamene, die gerne gelieb wellen gerne sn!"

 

 1.
Ich erzog mir einen Falken lnger als ein Jahr.
Nachdem ich ihn gezhmt hatte, so wie ich ihn haben wollte, und ich ihm sein Gefieder mit Gold schn geschmckt hatte, da schwang er sich auf und flog weg.

2.
Anschlieend sah ich den Falken prachtvoll fliegen. Er trug an seinem Fu seidene Bnder, und sein Gefieder war im ganz rotgoldenen Gott bringe diejenigen zusammen, die sich gerne lieben wollen!"

 

1.
Ich stuont mir nehtint spte an einer zinne,
d hrt ich einen rter vil wol singen in
Krenberges wse al z der menign.
er muoz mir diu lant rmen, alder ich geniete mich sn.

2.
Nu brinc mir her vil balde mn ros, m sengewant, wan ich muoz einer vrouwen rmen diu lant, diu wil mich des betwingen, daz ich ihr holt s.
si muoz der mner minne iemer darbende sn

 
1.
Ich stand gestern abend spt allein auf der Zinne.
Da hrte ich, wie ein Ritter im Ton des Krenbergers schn sang, mitten aus der Menge. Der muss meine Lande verlassen, wenn ich ihn nicht zum Liebhaber gewinne.

2.
Jetzt bring mir ganz schnell mein Pferd und meine
Rstung her, denn wegen einer Dame muss ich diese Lande verlassen. Die will mich dazu
zwingen, dass ich ihr zu Willen sei. Aber sie
muss auf meine Liebe fr immer verzichten.

 


Steinmar
 

1.
"Diu vil liebiu sumerzt
ht gelzen gar den strt
dem ungeslahten winter lanc.
ach, ach, kleiniu vogelln
mezen jrlanc trric sn,
geswigen ist ir sezer sanc.
daz klag ich: s klage ich mne swaere,
die mir tuot ein dirne saeldenbaere,
daz si mich niht zuo zir f den strousac lt,
daz si mich niht zuo zir f den strousac lt
und daz si mirz doch geheizen ht.

2.
Mner swaere der ist vil;
ist daz mir niht helfen wil
ein minneclchiu diebern,
sst mn kumber manicvalt,
armuot und der winter kalt
die went mir jrlanc heinlch sn.
armuot ht mich an ir besten rte,
dar an nement mich wse liute spte,
d von wil si mich niht f ir strousac ln,
d von wil si mich niht f ir strousac ln
und enhn ir anders niht get."


3.
"Friunt, ich hn iu niht getn;
swaz ich iu geheizen hn,
des mac ich iuch vil wol gewern.
ir gehiezent mir ein ln,
zwne schuohe und einen schrn,
des wil ich von iu niht enbern.
wirt mir daz, s wende ich iuwer swaere
- swem daz leit ist, dast mir alse maere.
s wil ich iuch zuo mir f den strousac ln,
s wil ich iuch zuo mir f den strousac ln,
s mac er wol wiegelnde gn."

4.
"Herzentrt, mn knign,
sage an, liep, waz sol der schrn?
wilt du ein saltervrouwe wesen?
liezest du die gbe an mich,
ich kouft etswaz ber dich:
wie wilt den winter du genesen?
du maht dich vor armuot niht bedecken,
wan dn gulter ist von alten secken,
d wil ich den strousac in die stuben tragen,
d wil ich den strousac in die stuben tragen,
s muoz oven unde bruggen erwagen."


5.
"Nu ln ich iuchs allez wegen.
ist daz wir uns zemen legen,
s sint ir gewaltic mn.
doch wil ich mn geheiz
b mir haben, goteweiz,
wan ez mac niemer gesn.
seht, s nemt mich danne b dem beine,
ir sunt niht erwinden, ob ich weine,
ir sunt froelich zuo mir f den strousac varn,
ir sunt froelich zuo mir f den strousac varn,
s bit ich iuch mich vil ltzel sparn."

 
1.
"Die so liebe Sommerzeit
hat den Kampf gegen den
rohen Winter schon lange aufgegeben.
Ach, ach, die kleinen Vgelchen
mssen jetzt traurig sein,
verstummt ist ihr ser Sang.
Darber klage ich. Ich klage auch ber das Leid,
das mir eine wonnevolle Dienstmagd antut, weil sie mich nicht zu sich auf den Strohsack lsst, weil sie mich nicht zu sich auf den Strohsack lsst, wo sie es mir doch versprochen hat.

2.
Gro ist mein Kummer,
wenn mir diese reizende
Dienstmagd nicht helfen will,
mannigfach ist dann mein Schmerz.
Armut und der kalte Winter wollen mir jetzt ganz nahe sein. Die Armut zhlt mich zu ihren besten Ratgebern, dazu bestellen mich kluge Leute niemals. Darum will sie mich nicht auf ihren Strohsack lassen, Darum will sie mich nicht auf ihren Strohsack lassen, obwohl ich ihr nichts weiter getan habe."


3.
"Freund, nichts habe ich Euch angetan.
Was ich Euch versprochen habe,
kann ich Euch sehr wohl gewhren.
Ihr verspracht mir ein Stck Leinen,
ein paar Schuhe und einen Schrein, das will ich
Euch nicht erlassen. Bekomme ich das,
so trste ich Euch
- wen das bekmmert, das ist mir gleich. Dann will
 ich Euch zu mir auf den Strohsack lassen, Dann will ich Euch zu mir auf den Strohsack lassen, dann kann er wohl ordentlich schwanken."

4.
"Herzensschatz, meine Knigin,
Sag doch, Liebste, wozu brauchst du den Schrein? Willst du eine Betschwester werden?
berlieest du mir die Wahl,
so kaufte ich dir etwas zum berziehen.
Wie willst du den Winter berstehen?
Du kannst dich vor Armut nicht einmal zudecken,
denn deine Steppdecke ist aus alten Scken,
und wenn ich den Strohsack dorthin in die Stube tragen will, und wenn ich den Strohsack dorthin in die Stube tragen will, dann mssen Ofen und Bretter in Bewegung kommen."


5.
"Nun gebe ich es Euch genau zu bedenken.
Wenn wir uns zusammenlegen,
dann knnt Ihr ber mich verfgen.
Doch vorher will ich das Versprochene
gottwei bei mir haben, denn frher kann es niemals geschehen. Seht, dann nehmt Ihr mich am Bein, und Ihr sollt nicht aufhren, wenn ich weine,
Ihr sollt frhlich zu mir auf den Strohsack ziehen,
Ihr sollt frhlich zu mir auf den Strohsack ziehen.
Dann bitte ich Euch, mich krftig herzunehmen."

 


Der Burggraf von Rietenburg
 

1.
Nu endarf mir nieman wzen,
ob ich in iemer gerne saehe.
des wil ich mich vlzen.
waz darumbe, ob ich des von zorne jaehe,
daz mir iemen s lieber iht?
ich lze in durch ir nden niht,
si verliesent alle ir arbeit,
er kann mir niemer werden leit.

2.
"Mir gestuont mn gemete
nie so hhe von schulde,
st ich in rehter gete
hn als wol gedienet ir hulde.
Ich vrhte niht ir aller dr,
st si wil, daz ich s vr.
wan diu guote ist vriden rch,
des wil ich iemer vrwen mich."

 

1.
Nun braucht es mir niemand vorzuwerfen,
wenn ich ihn immer gerne sehen mchte.
Darum will ich mich bemhen.
Was macht es schon, wenn ich in Zorn behauptete, dass mir jemand anders ebenso lieb wre? Ihrer Missgunst wegen werde ich nicht von ihm lassen, sie bemhen sich alle vergebens,
er kann mir niemals leid werden.

2.
"Zur groer Freude
hatte ich niemals Anlass,
seit ich mit wahrer Liebe
mir ihre Gunst so schn verdiente.
Ihrer aller Drohungen frchte ich nicht,
da sie will, dass ich froh sei.
Denn die Gute schenkt herrliche Freuden,
darber will ich mich immer freuen."

 

1.
Ich bin mit rehter staete
einem guoten rter undertn.
wie sanfte daz mnem herzen tuot,
swenne ich in umbevangen hn!
der sich mit manegen tugenden guot
gemachet al der welte liep,
der mac wol hhe tragen den muot!

2.
Sine mugen alle mir benemen,
den ich mir lange hn erwelt
ze rehter staete in mnem muot,
der mich vil meneges liebes went.
und laegen s vor leide tt,
ich wil ime iemer wesen holt.
si sint betwungen ne nt.

 
1.
Ich bin in rechter Treue
einem edlen Ritter ergeben.
Wie tut es meinem Herzen wohl,
wenn ich ihn in den Armen halte!
Wer sich durch vorbildliches Verhalten
der ganzen Welt angenehm macht,
hat wahrlich Anlass, froh zu sein.

2.
Sie alle knnen ihn mir nicht nehmen,
den ich mir lange zu rechter Treue
in meinem Sinn erwhlt habe
und der mich an viel Liebes gewhnt.
Und wenn sie auch vor rger tot umfallen wrden,
ich will ihm immer zugetan sein.
Umsonst ist ihre Mhe!

 


Otto von Botenlauben
 

1.
Waere Kristes ln niht als seze,
so enlieze ich niht der lieben frouwen mn,
diech in mnem herzen dicke greze:
sie mac vil wol mn himelrche sn,
sw diu guote wone al umbe den Rn.
herre got, nu tuo mir helfe schn, daz
ich mir und ir erwerbe noch die hulde dn!

2.
"St er giht ich sn himelrche,
s habe ich in zuo gote mir erkorn,
daz er niemer fuoz von mir entwche.
herre got, l dirz niht wesen zorn.
erst mir in den ougen niht ein dorn,
der mir hie ze friden ist geborn. kumt er mir
niht wider, mn spilnde fride ist gar verlorn."

 
1.
Wre die Belohnung durch Christus nicht so s,
dann verliee ich nicht die liebe Herrin,
die ich in meinem Herzen so oft gre:
Sie vermag durchaus mein Himmelreich zu sein,
wo immer sich die Schne auch am Rhein aufhlt.
Herrgott, nun erweise mir Deine Hilfe, dass ich
mir und ihr gleichwohl Deine Gnade erringe!

2.
"Da er sagt, ich sei sein Himmelreich, habe ich
ihn mir zum Gott erwhlt, damit er keinen
Fubreit von mir weggehe. Herrgott, zrne mir
deswegen nicht. Denn er ist mir keineswegs
ein Dorn im Auge, der mir hier zur Freude
geboren ist. Kommt er nicht zurck, dann ist meine herrliche Freude vllig zunichte,"

 


Burkhart von Hohenfels
 

1.
"Ich wil reigen",
sprach ein wnniclchiu magt.
"disen meigen wart mir fride gar versagt.
nu ht mn jr ein ende:
des bin ich fr.
nieman mich friden wende,
mn muot stt h. mirst von strwe ein schapel und mn frer muot lieber danne ein rsenkranz, s bin ich behuot."

2.
"Laz erbarmen dich,"
sprach ir gespil zehant,
"daz mich armen niht
geschuof diu gotes hant,
wan s geschuof mich rchen.
h waere ich arn, s wolte
ich mir dir strchen, ze friden varn.
mirst von strwe ein schapel und mn frer muot lieber danne ein rsenkranz,
s bin ich behuot."


3.
"Est verdrozzen hie,
st mn memel h vor beslozzen
mir die mne liehten wt.
trr ich, si giht ich gwinne
von liebe nt:
frw ich mich, daz tuot minne.
wan waer si tt!
mirst von strwe ein schapel und mn frer muot lieber danne ein rsenkranz,
s bin ich behuot."

4.
"Wiltu sorgen,
waz sol dir dn schoener lp?
du solt morgen sant mir,
trren von dir trp.
ich wil dich lren snden,
wis friden vol: tuot daz w,
wir sunz mden, uns wirt sus wol.
mirst von strwe ein schapel und mn frer muot lieber danne ein rsenkranz,
s bin ich behuot."

5.
"Ich hn schiere
mir gedht einen gerich:
wan ich zwiere,
sw man zwinket wider mich.
sin lt mich niender lachen
gen werdekeit: s nim ich einen
swachen, daz ist ir leit.
mirst von strwe ein schapel und mn frer muot lieber danne ein rsenkranz,
s bin ich behuot."

 
1.
"Ich will tanzen,"
sagte ein reizendes Mdchen.
"In diesem Mai wurde mir berhaupt kein
Vergngen erlaubt. Nun ist mein
Dienstjahr zu Ende, darber bin ich froh.
Niemand soll mich an meiner Freude hindern,
denn ich bin in guter Stimmung.
Mir sind ein Kranz von Stroh und meine Unbeschwertheit lieber als ein Rosenkranz:
Das ist mein Schutz."

2.
"Lass dich erbarmen,"
sagte ihre Freundin sogleich,
"dass mich Gottes Hand nicht zu einem armen,
einfachen Mdchen werden lie,
denn sie schuf mich reich und vornehm.
Hei, wre ich niederen Standes, dann wrde ich
mit dir losziehen und mich vergngen.
Mir sind ein Kranz von Stroh und meine Unbeschwertheit lieber als ein Rosenkranz:
Das ist mein Schutz."


3.
"Es ist verdrielich hier,
weil meine Tante mein helles Kleid vor mir
verschlossen hat. Bin ich traurig,
dann behauptet sie, die Liebe brchte mir Kummer, freu ich mich, dann bewirkt das die Minne. Wenn sie nur tot wre!
Mir sind ein Kranz von Stroh und meine Unbeschwertheit lieber als ein Rosenkranz:
Das ist mein Schutz."

4.
"Wenn du Trbsinn blasen willst,
was ntzt dir dann deine Schnheit?
Komm morgen mit mir, vertreibe den Kummer!
Ich will dich schneidern lehren,
freu dich nur!
Wenn das wehtut, werden wir es meiden,
dann wird uns wohl.
Mir sind ein Kranz von Stroh und meine Unbeschwertheit lieber als ein Rosenkranz:
Das ist mein Schutz."


5.
"Ich habe mir schon ausgedacht,
wie ich mich rche, denn ich blicke
verstohlen dorthin, wo man mir zuzwinkert.
Sie lsst mich niemals
einem vornehmen Herrn zulcheln;
so nehme ich halt einen einfachen Mann,
das wird sie bekmmern.
Mir sind ein Kranz von Stroh und meine Unbeschwertheit lieber als ein Rosenkranz:
Das ist mein Schutz."

 

Minnesnger